Das Original

Die S.M.S. Leitha und ihr Schwesterschiff die S.M.S Maros wurde 1870/71 bei der Pest Fiumaner Schiffbau Actien Gesellschaft in Budapest gebaut. Teile der Schiffe wie z.B. der Geschützturm wurden zu der Zeit noch aus England geliefert. 1878 kam die Leitha zum Einsatz auf der Save bei der Okkupation Bosniens. In den folgenden Jahren hatte die Leitha hauptsächlich die Aufgabe die Donau und ihre Nebenflüsse zu sichern. In der Zeit bis 1905 wurde sie mehrfach umgebaut und zwischenzeitlich immer wieder in die Reserve versetzt. Zum Anfang des Ersten Weltkriegs wurde sie noch einmal neu aufgerüstet und wurde zum Flaggschiff der K.u.K Donauflotille. 1921 wurde sie endgültig auf der Korneuburger Werft in Wien demobilisiert und dann in Ungarn zum Elevator umgebaut. Bis 1981 war sie dort noch in Betrieb. 1988 wurde eine private Initiative zur Rettung der Leitha ins Leben gerufen und seit 2010 liegt sie nun, als wieder aufgebauter Donaumonitor, im Freilichtmuseum in Neszmély, teilweise auch in Budapest.

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Die Schiffe aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert gehören für mich mit zu den interessantesten Modellen. Zwischen dem Ende der Segelschifffahrt und dem Aufkommen der Dampfschifffahrt wurde von den Marinen viel experimentiert und so mancher aus heutiger Sicht etwas eigenwilliger Entwurf entstand in dieser  Zeit. Dazu gehört auch das französische Schlachtschiff Hoche.

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Die USS Langley (CV-1) war der erste Flugzeugträger der US Marine. Sie entstand aus einem Umbau eines älteren Kohlefrachters, der USS Jupiter, der 1912 vom Stapel gelaufen war. Der Umbau erfolgte zwischen 1920 und 1922. Im Oktober 1922 erfolgte der erste erfolgreiche Start vom Flugdeck der Langley. In den nächsten Jahren wurde die Langley hauptsächlich für Erprobungen von Starts und Landungen auf Schiffen und für die Ausbildung von Marinefliegern benutzt. Bis 1936 dient die USS Langley so als Flugzeugträger. Danach wurde sie zum Flugzeugtender umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg setzte man sie zu Transporteinsätzen im Pazifik ein. Am 22. Februar 1942 wurde sie vor Java von japanischen Flugzeugen schwer getroffen. Die Langley musste dann von der Mannschaft aufgegeben werden und wurde anschließend von den Begleitzerstörern versenkt. Im Internet gibt es sehr viele Bilder der Langley und auch interessante Videos über die ersten Start- und Landungsversuche auf dem Schiff.

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Das "Doxford Standard Motorship" wurde Anfang der 30er Jahre von der britischen Schiffswerft William Doxford & Sons entwickelt und ab 1934 bis 1945 in zwei Baureihen mit über 100 Stück gebaut. Es war das erste Serien-Trampschiff, das mit einem Verbrennungsmotor und nicht mit einer Dampfmaschine ausgerüstet war. Die Überlegungen dabei waren, dass ein Verbrennungsmotor bei einer besseren Leistung mit ca. 9 Tonnen Betriebsstoff am Tag auskam, ein Kohlen-Tramper mit einer Dampfmaschine dagegen ca. 40 Tonnen Kohle pro Tag verbrauchte. Eine Bevorratung für Rundreisen war dadurch einfacher. Ein entsprechender Dreizylinder-Dieselmotor für die Schiffe wurde von den Konstrukteuren der Werft entwickelt. Dieser erbrachte eine Leistung von 1800 PS und das Schiff erreichte damit eine Geschwindigkeit von 10 Knoten. Ab 1939 wurde ein verbesserter Dieselmotor eingebaut mit einer Leistung von 2500 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 12 Knoten. Bei der Entwicklung des Schiffstyps wurde großer Wert darauf gelegt, dass das Schiff auf der Werft mit dem vorhandenen Werkzeug zu bauen war und die Maschinen einfach zu bedienen und zur Not zu reparieren waren. Die positiven Erfahrungen mit diesem Schiffstyp veranlasste viele Reeder, selbst die, die noch mit der traditionellen Trampschifffahrt verbunden waren, diesen Schiffstyp zu verwenden. Auch die britische Marine setzte Doxford-Standartschiffe ein. Viele Schiffe fuhren wegen ihrer Robustheit und Zuverlässigkeit noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 60er Jahre. Die letzten Schiffe wurden 1970 in Asien abgebrochen.

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Die Queen of Thanet wurde 1916 als HMS Melton von der William Hamilton Company in Port Glagow gebaut. Im Ersten Weltkrieg diente der Raddampfer der Royal Navy als Hilfsschiff und wurde nach dem Krieg als Minenräumboot eingesetzt. 1927 sollte er abgewrackt werden, aber die New Medway Steam Packet Company erwarb das Schiff, baute es zu einem Ausflugsdampfer um und änderte den Namen in Queen of Thanet. Bis 1939 fuhr sie nun als Passagierschiff auf dem Medway und auf der Themse. Auch unternahm sie kurze Reisen über den Ärmelkanal.

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Der Hochseeschlepper Holland ist einer der letzten Vertreter der Generation von Schleppschiffen, die für die große Vergangenheit des niederländischen Schlepper- und Bergungswesens stehen. Er wurde 1951 bei der Werft N.V. Ferus Smit im Foxhol unter der Baunummer 111 für die Reederei Doeksen gebaut. Das Schiff ist 57,35 m lang, 9,54 m breit und hat eine Maschinenleistung von 1.499 kW.

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Die SMS Deutschland war das erste von fünf Linienschiffen der Deutschland-Klasse. Sie erhielt als einziges Schiff ihrer Klasse noch eine Galionsfigur. Ihre Schwesterschiffe waren die Pommern, die Hannover, die Schlesien und die Schleswig-Holstein. Am 3. August 1906 kam die Deutschland noch kurz vor der HMS Dreadnought in Dienst. Die Deutschland und auch die noch folgenden Schiffe ihrer Klasse waren aber nicht mehr zeitgemäß, da sie in Größe, Panzerung, Feuerkraft und Geschwindigkeit dem neuen Dreadnought-Linienschiff unterlegen waren.

Hier möchte ich noch weitere Papiermodelle von Hans Peter Weiß vorstellen (siehe auch SMS Stosch, SMS Leipzig, Jylland und SMS Frauenlob). Seine Modelle sind Einzelstücke im Maßstab 1 /1250 und faszinieren immer wieder durch ihre Perfektion. Obwohl seine große Leidenschaft Segelschiffe sind, hat er auch sehr schöne Fracht- und Passagierschiffe gebaut.

Zu den großen Modellbauern für die kleinen Modellschiffe gehört Hans-Peter Weiss. Schon seit seiner Jugend baut er Modelle aus Papier. Sein besonderes Interesse gilt Segelyachten und alten Segelschiffen des 19. Jahrhunderts. Sein Material ist ganz normales Schreibmaschinenpapier, dünne Röhrchen für Masten und feines Garn für die Takelage. Dazu kommt natürlich ein großer Arbeitsaufwand, um die Modelle in dieser Perfektion zu bauen. Seine Modelle und Dioramen kann man auch im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg bewundern. Ich hatte das Glück, Herrn Weiss persönlich kennen zu lernen und einige Modelle von ihm erwerben zu können.

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Die Almaz (Алмаз, Almas) wurde 1902/03 auf der Baltischen Schiffswerft in St. Petersburg gebaut. Sie war mit vier 75 mm und acht 47 mm Geschützen nur relativ leicht bewaffnet. Trotzdem wurde sie als Kreuzer 2. Klasse eingestuft. Trotz ihrer schwachen Bewaffnung wurde die Almaz während des Russisch-Japanischen Kriegs 1904/05 nach Tsushima verlegt. Sie überstand den Krieg relativ unbeschädigt und kehrte nach einem kurzen Aufenthalt 1906 zur Baltischen Flotte zurück. Dort wurde sie zum Aviso umklassifiziert und diente dem Zaren als Yacht bei seinen Besuchen der Baltischen Flotte. 1911 wurde sie nach einem umfassenden Umbau ins Schwarze Meer verlegt und fuhr als Seeflugzeugtender. Sie konnte bis zu vier Seeflugzeuge mitführen. 1927 wurde sie an eine französische Firma verkauft und schließlich 1934 abgewrackt.