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Seenotrettungsflugzeug Supermarine Walrus Mk I (1/48, Airfix) von Jens Gerber Drucken
Freitag, 14. September 2018 um 05:00

Das Original

Die Supermarine Walrus wurde ursprĂŒnglich fĂŒr die australische Marine als Seagull Mk V entwickelt. Gefordert war ein katapultfĂ€higes Flugboot fĂŒr den Einsatz von Kreuzern, um als AufklĂ€rer und Artilleriebeobachter zu dienen. Die australische Marine bestellte 1933 die ersten Maschinen, 1935 folgte die britische Marine. Die Walrus wurde das britische Standardbordflugzeug, das auf den meisten Schlachtschiffen und Kreuzern verwendet wurde. Bis 1944 wurden 740 Exemplare gebaut. 1943 wurden die Bordflugzeuge von den Schlachtschiffen und Kreuzern ausgeschifft, aber weiterhin von TrĂ€gern als Seenotrettungsflugzeug fĂŒr die Bergung abgestĂŒrzter Piloten verwendet. FĂŒr den gleichen Zweck setzte auch die britische Luftwaffe (RAF) im großen Umfang Walrus ein.

Dazu flogen Walrus im militĂ€rischen Dienst auch in Ägypten, Argentinien, Frankreich, Irland, Kanada, Neuseeland, Sowjetunion und TĂŒrkei. Im begrenzten Umfang wurde die Walrus nach dem Krieg auch zivil in Australien, Großbritannien, Kanada und Norwegen verwendet.

Die Walrus war 11,5 m lang, hatte eine Spannweite von 14,0 m und ein maximales Startgewicht von 3,6 t. Der Antrieb erfolgte ĂŒber einen 680 PS starken Sternmotor, mit dem 117 kn (217 km/h) erreicht wurde. Die Besatzung bestand aus drei bis vier Mann, die Bewaffnung konnte aus zwei 0,77 cm-Maschinengewehren, Bomben und Wasserbomben bestehen, Seenotrettungsflugzeuge waren aber vielfach unbewaffnet.

Das Modell

Der Bausatz von Airfix (siehe Bausatzbesprechung) ist sehr gut gemacht, leichte Werkzeugspuren und Formversatz sind schnell vergessen, ansonsten ein "fast" Sorglosgenuss.

Wer die offene Kanzel verbauen möchte, der muss jedoch zu groben Werkzeug greifen. Die Kanzel ist in den gleichen Dimensionen ausgeformt wie das geschlossene Teil und will damit nicht auf den RumpfrĂŒcken passen. Eine zweite Möglichkeit wĂ€re, das Dachteil aus beiden Formteilen neu aufzubauen. Das ist ein Wehrmutstropfen im ansonsten wirklich sehr gelungenen Bausatz.

Und damit zum eigentlichen, der Aufbau meiner Walrus MkI:
Der Big Ed Set hat sich sehr schnell als ĂŒberflĂŒssig erwiesen, das Innere geht unter der Plastikschale verloren, in meiner Version bleibt die Walrus unbewaffnet, selbst die MG waren entfernt. Ich wĂ€re also mit den Gurten und dem Zoomset ausreichend versorgt gewesen.

Als Innenfarbe habe ich das Model Master 2062 RAF Interior Green mit 30% hellem Grau FS16473 angemischt, die Außenfarben sind RAF Dark Sea Grey 2059 pur, RAF Dark Slate Gray Flat ebenso pur plus GUNZE MR COLOR C26 Semi Gloss Duck Egg Green ca. 10% Weiß aufgehellt.

Der Bau verlief fast ohne Spachtel, die Auswerfmaken wurden nur entgratet, diese verschwinden insgesamt unter der Plastikschale. Die FlĂ€chenkonstruktion verlangt wieder nach etwas mehr Aufmerksamkeit. Die AufnahmeschĂ€chte fĂŒr die FlĂ€chen sollten trocken angepasst werden, Zapfen und auch Lager brauchen sehr genaue Nacharbeit, sonst klemmt oder klappert die Konstruktion. AußenflĂ€chen und MittelstĂŒck lassen sich bequem getrennt bearbeiten, beim Aufstecken der FlĂ€chen ist dann etwas Vorsicht geboten, denn es wird doch recht eng zwischen Leitwerk und Verstrebungen. Insgesamt bekommt das ganze aber ausreichen StabilitĂ€t auch ohne verkleben.

Die Abziehbilder sind mit etwas Weichmacher von den Fugen zu ĂŒberzeugen, also kein Thema nur die "Walkway"-Abziehbilder sollten vom TrĂ€ger befreit werden, das Silbern ist nicht zu korrigieren, mit einem guten Skalpell ist das nach dem Aufbringen eine Minutensache.

Die Verpannung ist ebenso keine wirkliche Aufgabe, die Haltepunkte sind von Airfix schon sehr schön angeformt, manche sogar mit der entsprechenden Bohrung, Sekundenkleber, EZ Line und die Sache ist nach ca. zwei Stunden erledigt. Der Verspannungsplan liegt in Form einer A5 Seite dem Bausatz bei, ebenso drei sehr schöne A4 Farbdrucke mit den entsprechenden Abziehbilderversionen.

Zur Farbgebung meiner Walrus: ich habe mich beim Kauf schon fĂŒr die Version auf dem Deckbild entschieden, eine Walrus der 276. Squadron, laut Airfix von 1944 in Harrowbeer, Devon, England. Jedoch hatte diese Einheit ĂŒberwiegend im Mittelmeerraum sein Aufgabenfeld und wurde nach dem RĂŒcklauf der Fronten immer wieder verlegt, eine sehr interessante Geschichte, die noch weitere Modelle zur Folge haben wird.

Fazit

In meinen Augen ist die Airfix Walrus eine sehr willkommene Ablösung der VorgÀnger von Classic Airframes / Smer & Co. Absolut empfehlenswert!

Jens Gerber

(Text ĂŒber Original von Lars)