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Dänisches Patrouillenschiff Knud Rasmussen (1/700, DFNM) von Lars Scharff Drucken
Mittwoch, 10. Juli 2019 um 05:00

Das Original

Das dänische Patrouillenschiff Knud Rasmussen (P570) ist das Typschiff einer Klasse von drei Schiffen, die 2005-16 als Ersatz für die Kutter der Agdlek-Klasse aus den 1970ern gebaut wurden. Die Knud-Rasmussen-Klasse soll im Nordatlantik und insbesondere um Grönland eingesetzt werden. Entsprechend sind die Rümpfe verstärkt und dafür geeignet im begrenzten Umfang Eis zu brechen (bis 0,7 m Dicke). Die Hauptaufgabe der drei Patrouillenschiffe ist die Durchsetzung der dänischen Hoheitsrechte inklusive Fischereischutz und Seenotrettung. Daneben werden sie als Eisbrecher, zur Vermessung und zur Unterstützung der Forschung eingesetzt.

Die ersten beiden Schiffe der Knud-Rasmussen-Klasse, Knud Rasmussen und Ejnar Mikkelsen, wurden 2005-09 gebaut. 2014-16 wurde ein drittes Schiff, Lauge Koch, gebaut. Alle drei Schiffe sind nach dänischen Polarforschern benannt, die sich insbesondere bei der Erforschung Grönlands einen Namen gemacht haben. Die Schiffe der Knud-Rasmussen-Klasse sind als Inspektionsfartøj (Inspektionsfahrzeug) klassifiziert, also eine Kategorie kleiner als die der Thetis-Klasse, die als Inspektionsskib (Inspektionsschiff) klassifiziert sind. Die Knud-Rasmussen-Klasse ist allerdings wesentlich größer als die Agdlek-Klasse, die sie ersetzt, und erreicht die Größe der als Inspektionsskib klassifizierten Hvidbjørnen-Klasse aus den 1960ern. Bedingt durch den größeren Rumpf sind die Schiffe seetüchtiger und können entsprechend besser in den stürmischen Gewässern des Nordatlantiks eingesetzt werden. Durch starke Automatisierung konnte die Besatzungsstärke dennoch reduziert werden. Die Bewaffnung ist nur gering und für die Patrouillenaufgaben optimiert. Es sind zwei StanFlex-Positionen eingebaut, eine auf dem Vorschiff und eine hinter den Aufbauten, die mit verschiedenen Waffensystemen bestückt werden können. Auf der vorderen Position ist meist ein 7,62 cm-Geschütz eingebaut, die hintere wird normalerweise nicht benutzt. Möglich ist hier der Einbau eines Mk 56-Senkrechtstarters für ESSM-Flugabwehrraketen. Zwei weitere StanFlex-Positionen können eingebaut werden, z.B. um zwei 32,4 cm-Zwillingstorpedorohre an Bord nehmen zu können. Die Klasse kann so bei Bedarf als Geleitschiff ausgerüstet werden. Für die normalen Aufgaben als Patrouillenschiff werden zwei große Beiboote mitgeführt: ein Festrumpfschlauchboot im Beiboothangar an Steuerbord und ein LCP (Storebro SRC90E) auf einer Rampe im Heck. Letzteres dient u.a. für Rettungseinsätze und ist orange gestrichen. Es sind ein Hubschrauberdeck und die nötigen Anlagen zur Betankung vorhanden, einen Hangar gibt es jedoch nicht. Das Hubschrauberdeck kann auch für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Für das dritte Schiff, die Lauge Koch, wurde sogar ein spezielles Modul entwickelt, das bei Bedarf mitgeführt werden kann. Das letztere Schiff ist auch leicht von den Schwesterschiffen unterscheidbar, da der Radar auf der Mastspitze nicht frei steht, sondern in einem Radom untergebracht ist.

Die Knud Rasmussen ist 71,8 m lang, 14,6 m breit und verdrängt maximal 2050 t. Der Antrieb erfolgt mit zwei Dieseln, die insgesamt 7300 PS leisten, womit 17 kn erreicht werden. Die Besatzung besteht aus 19 Personen, insgesamt können 43 untergebracht werden.

Bewaffnung
1 x 7,62 cm L/62 M/85 LvSa-Geschütz
2 x 1,27 cm Browning M2-Maschinengewehre

Die Knud Rasmussen wurde 2005-08 gebaut. Der Rumpf wurde von Stocznia Pólnocna in Gdansk gebaut, die Ausrüstung erfolgte bei Karstensens Skibsværft in Skagen. Sie gehört zur 1. Eskadre mit Heimathafen in Frederikshavn, ist aber meist in Grönland.

Das Modell

Das Modell des dänischen Patrouillenschiffs Knud Rasmussen beruht auf dem 3D-gedruckten Modell von Dutch Fleet Naval Miniatures auf Shapeways. Das Modell wurde in der Smooth Fine Detail Plastic-Qualität gedruckt. Es stellt den Zustand von 2014 dar, als das Schiff das GEUS-Insitut (De Nationale Geologiske Undersøgelser for Danmark og Grønland) im Rahmen des ICE-ARC-Projekts unterstützte. In der Inglefield Bredning im Nordwesten Grönlands wurden von Bord aus 26 Sedimentbohrkerne gesammelt, die dazu dienen, die Klimageschichte der Region zu untersuchen. Außerdem wurde der Meeresboden kartiert.

Das gedruckte Modell ist allgemein gut gemacht. Einzig das Schanzkleid hinter der Brücke ist sehr dick. Die Oberflächen waren etwas rauh, aber eventuell wurde dies durch meine Reinigung mit Waschbenzin und Alkohol verursacht. Auf der Brücke wurden eine kleine Satellitenantenne und Scheinwerfer ergänzt, am Mast ebenfalls ein Scheinwerfer und dazu die Antennen der Navigationsradare. Den Terma Scanter 4100-Radar auf der Mastspitze baute ich samt der Basis komplett aus diversen Plastikstäben und -platten selbst. Die Satellitenantennen neben dem Mast und vorne am Schornstein erhielten eine dünnere Halterung aus Draht. An den Schornstein kamen noch vier lange Peitschenantennen aus 0,05 mm-Kuperdraht. Das 7,62 cm-Rohr ist von Master, die Sicherheitsnetze auf dem Hubschrauberdeck sind Fotoätzteile von OceanSpirit. Auf der Steuerbordseite ließ ich ein Segment weg, das für die Fahrt von 2014 entfernt wurde, um den Sedimentbohrer leichter ausbringen zu können. Auf das Hubschrauberdeck habe ich noch diverse Ausrüstung der Expedition von 2014 gestellt.

Bemalt habe ich die Knud Rasmussen mit Acrylfarben von Vallejo Model Color. Der Rumpf wurde mit 153 (907) Hellblaugrau gestrichen, das vordere Deck mit 166 (994) Dunkelgrau und die restlichen Decks mit 159 (991) Staubgrau. Einige Antennen und die Scheinwerfer sind mit 4 (820) Cremeweiß bemalt, die Navigationsradarantennen wurden zudem auf einer Seite mit 53 (930) Brilliantblau versehen. Das Tor des Beiboothangars und die Auspuffrohre am Schornstein sind mit 177 (865) geöltes Stahl gestrichen. Die Abziehbilder sind von Tailormadedecals gezeichnet und gedruckt.

Zum Abschluss einige Größenvergleiche - links die Knud Rasmussen mit dem dänischen Patrouillenschiff Hvidbjørnen von 1929, das auch zur Unterstützung von Forschungsexpeditionen verwendet wurde; in der Mitte und rechts mit dem französischen Polarforschungsschiff L'Astrolabe von 2017:

Quellen

Lars