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Jagd-U-Boot USS Tinosa (1/700, JAG) von Lars Scharff Drucken
Montag, 01. April 2019 um 05:00

 

01.04.1964 - 55 Jahre Indienststellung USS Tinosa

 

USS Tinosa (1/700)

Heute vor 55 Jahren, am 1. April 1964, wurde das Jagd-U-Boot USS Tinosa in Dienst gestellt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Tinosa war eines der Boote der Tresher-Klasse. Sie wurde auch genutzt, um mithilfe von Tests die Ursache für den Verlust der Tresher am 10. April 1963 zu ermitteln.

Das Original

Das Jagd-U-Boot USS Tinosa (SSN-606) war eine von 15 Einheiten der 1958-67 gebauten Tresher-Klasse, die nach dem Untergang der Tresher oft nach dem zweiten Boot der Klasse, der Permit, benannt wird. Mit der Tresher-Klasse erreichte die US Navy zehn Jahre nach dem ersten atomgetriebenen U-Boot, der Nautilus, die Standardform ihrer Jagd-U-Boote. Der Rumpf war nicht mehr tropfenförmig wie bei der Skipjack-Klasse, sondern mehr langgezogen. Vorne im Bug wurde der Sonar angeordnet, so dass die Torpedorohre weiter achtern untergebracht werden mussten. Um trotz des größeren Rumpfs die gleiche Geschwindigkeit wie die Skipjack-Klasse zu erreichen, fiel der Turm sehr klein aus. Dies erwies sich als Nachteil, da so weniger Ausfahrgeräte untergebracht werden konnten und der Betrieb der Boote über Wasser schwierig war.

Nach dem Verlust des ersten Boots der Klasse, der Tresher, am 10. April 1963, wurden alle folgenden Boote im Rahmen des SUBSAFE-Programms überarbeitet. Die Rohrverbindungen durften nicht mehr gelötet werden, sondern mussten geschweißt werden und die Qualitätssicherung wurde überarbeitet. Die letzten vier Boote der Klasse - Flasher, Greenling, Gato und Haddock - erhielten einen größeren Turm. Außerdem wurde, außer bei Haddock, der Rumpf um drei Meter verlängert. Die folgende Klasse, die Sturgeon-Klasse, beruhte auf dem verlängerten Rumpf der Flasher, ihr Turm war aber noch größer. Bei der Jack der Tresher-Klasse wurde nicht nur der Rumpf verlängert, sondern auch gegenläufige Schrauben eingebaut, um diese zu testen - diese Anordnung erwies sich jedoch nicht als erfolgreich. Alle überlebenden Boote der Tresher (Permit)-Klasse wurden 1988-96 außer Dienst gestellt und abgewrackt.

USS Tinosa und Norfolk

Die Tinosa war 84,7 m lang, 9,6 m breit und verdrängte 3810 t (4369 t getaucht). Der Antrieb erfolgte über einen Atomreaktor, der zwei Dampfturbinen trieb. Die Antriebsanlage leistete 15.000 PS, womit 15 kn über Wasser und 28 kn unter Wasser erreicht wurden. Die Besatzung umfasste 96 Personen. Die Bewaffnung bestand aus vier 53,3 cm Torpedorohren, aus denen Mk 37- und ab den späten 1960ern Mk 48-Torpedos abgefeuert werden konnten. Es konnten 18 Torpedos mitgeführt werden, aber in den späten 1960ern wurden bis zu sechs davon durch UUM-44 SUBROC-U-Jagd-Raketen ersetzt. Ab den späten 1970ern wurden vier Torpedos durch vier UGM-84 Harpoon-Anti-Schiffsraketen ersetzt. Statt der Torpedos und Raketen konnten auch Minen mitgeführt werden.

Die Tinosa wurde 1959-64 von der Marinewerft Portsmouth in Kittery gebaut. Ihr Heimathafen war New London und sie diente bei der Atlantikflotte, teilweise auch im Mittelmeer. 1975-77 wurde sie bei Ingalls in Pascagoula überholt. Sie wurde 1991 inaktiviert, 1992 außer Dienst gestellt. Das Entfernen des Reaktors erfolgte in Bremerton.

Das Modell

Die Tinosa habe ich aus dem Bausatz der Permit von JAG gebaut. In diesem Bausatz sind drei Boote der Tresher/Permit-Klasse enthalten und jedes besteht aus nur vier Teilen. Es sind keine Ausfahrgeräte im Bausatz enthalten, diese muss man noch ergänzen. Eigentlich baue ich U-Boote nur, da man relativ schnell ein Modell fertigstellen kann. Hier wollte ich einmal etwas völlig anders machen. Die amerikanische Firma Super Fine Scale Printing bietet an, auf der Basis von bereitgestellten Plänen und eventuell ergänzenden Skizzen Zubehörteile zu drucken. Ich bestellte dort Teile der Inneneinrichtung der Tinosa. Die gedruckten Teile sind von sehr feiner Qualität, da durch eine verbesserte Lasertechnik die einzelnen Stufen nur noch eine Dicke von einem Nanometer haben. Durch die feine Schichtdicke können auch gleich die Farben aufgedruckt werden. So sind schon bemalte Besatzungsmitglieder und Armaturen möglich. Die Teile sind so gedruckt worden, dass man Mikro-LED einbauen und so den Innenraum ausleuchten kann. Da ich ein Wasserlinienmodell gebaut habe, war natürlich nur der Ausbau des oberen Decks möglich.

Hier Fotos, die mit einem SP5 II-Konfokalmikroskop von Leica aufgenommen wurden (vielen Dank an meine australische Kollegin Avril Kirtsloov für die Hilfe bei den Aufnahmen!):

Leider sieht man von der Inneneinrichtung beim fertigen Modell nichts mehr. Aber man selbst weiß ja, dass sie da ist!

Bemalt wurde die Tinosa mit Farben von Vallejo Model Color. Der Rumpf ist mit 162 Basaltgrau gestrichen, während die Sehrohre mit 155 Silbergrau und 162 bemalt sind. Die Kennnummern stammen aus einem Satz von Midship Models.

Hier USS Tinosa zusammen mit dem Zerstörerführer (U-Jagd-Kreuzer) USS Norfolk:

USS Tinosa und Norfolk (1/700)

Und hier noch eine Darstellung der Entwicklung der US-amerikanischen Jagd-U-Boote von 1944-64:

Tinosa, Scorpion, Skate, Seawolf, Nautilus, Halfbeak und Sennet

Tinosa, Scorpion, Skate, Seawolf, Nautilus, Halfbeak und Sennet

Von links nach rechts: Tinosa (1964), Scorpion (1960), Skate (1957), Seawolf (1957), Nautilus (1954), Halfbeak (1946, nach GUPPY II-Umbau 1950) und Sennet (1944).

Quellen

USS Tinosa

Lars