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Jagdflugzeug Chance Vought F4U-5 Corsair (1/48, Revell) von Stefan Zimmermann Drucken
Freitag, 20. September 2019 um 05:00

Das Original

Das Jagdflugzeug Chance Vought F4U Corsair ging auf eine Ausschreibung der US Navy aus dem Jahre 1938 zurück. Die Corsair war das leistungsfähigste Jagdflugzeug der US Navy im Zweiten Weltkrieg. Sie flog 1940 zum ersten Mal und wurde ab 1942 eingesetzt. Allerdings flog sie erst beim US Marine Corps von Land aus, da es der US Navy erst 1944 gelang, die Maschine für Flugzeugträger zu optimieren. Die Version F4U-5 war eine verbesserte Version, die 1945 entwickelt wurde, aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg in Dienst gestellt wurde. Es wurden bis 1951 223 Maschinen dieser Variante gebaut.

Die F4U-5 Corsair war 10,3 m lang, hatte eine Spannweite von 12,5 m und ein maximales Abfluggewicht von 6,6 t. Der Antrieb erfolgte über einen 18-Zylinder-Doppelsternmotor mit 2332 PS, womit 408 kn (756 km/h) erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus einem Piloten, die Bewaffnung aus vier 2 cm M3-Kanonen sowie 1,8 t Außenlasten (ungelenkte Raketen, Bomben).

Das Modell

Das neueste Machwerk meiner Polystyrolschnitzerei ist eine F4U-5 Corsair im Maßstab 1/48 aus dem Hause Revell. Das Modell ist aus der Schachtel gebaut, nur dehnbares Garn als Antennendraht kam noch zum Einsatz. Ist ein recht unkompliziertes Modell, dass sich ohne größere Nacharbeiten bauen lässt. Natürlich klar......fürs "Supern" ist immer noch Platz nach oben.

Lackiert wurde mit Revells Aqua Colors. Ich muss allerdings sagen, dass auf den Bildern das Blau wesentlich heller erscheint, als in der (A)Live-Ansicht. Die Alterung erfolgte nach meiner altbewährten Methode, bestehend aus Ölfarbenwaschgang, etwas Pastellkreide hier und da und eine aufgesprühte Abgasfahne. Die Lackabplatzer habe ich mit einem Schwämmchen und Silberfarbe aufgetupft.

Hier kurz ein TV-Tipp zum Thema Alterung etc. bei Flugzeugen: schaut euch mal den US-Dokufilm "Thunderbolt" aus dem Jahre 1944 an (gibt es u.a auf "Netflix"). Es geht dort um eine US-Einheit von P-47, die von Korsika aus Jabo-Missionen in Mittel- und Norditalien geflogen hat. Alles schön in Technicolor gefilmt. Wenn man die Handlung und den patriotischen Tenor des Films für sich ausblendet und sich auf die vielen Nahaufnahmen der Thunderbolts konzentriert, erkennt man voller Erstaunen, wie verranzt, geflickt und verdreckt die Maschinen waren. In der Hinsicht wirklich sehr interessant als Studienobjekt für den Modellbauer.

Ein ähnliches Erlebnis hatte ich kürzlich mit einer Doku über die deutschen F-4 "Phantom" auf dem TV-Sender "Welt". Da gab es eine Kameraeinstellung, in der man den Blick von oberhalb eines Shelters auf eine gerade ausfahrende F-4 einer Alarmrotte hat. Und siehe da, dieses "moderne" Flugzeug sah ebenfalls dreckig, verranzt und farbmäßig geflickt aus!!!

Zurück zur Corsair......die Endversiegelung erfolgte mit mattem Klarlack von Revell, jedoch sah die Oberfläche danach echt tot aus. So habe ich nochmal eine dünne Lage Emsal Bodenglänzer drübergenebelt, um das Ganze wieder etwas zu beleben.

Mein Modell soll eine Maschine aus dem Jahre 1953 darstellen, die auf dem Träger USS Franklin D. Roosevelt stationiert war.

Die beiden Pilotenfiguren stammen von Tamiya.

Für mich hatte der Bau dieser Corsair noch eine etwas traurige, persönliche Note, da ich diesen Bausatz von einem kurz vor Weihnachten verstorbenen Freund und Bastelkameraden geschenkt bekommen habe.

Stefan Zimmermann