Modellsuche

Suchen


FlyHawk: Britischer Zerstörer HMS Lively (1/700) Drucken
Dienstag, 08. Oktober 2019 um 05:00

HMS Lively  Deckelbild

Modell: HMS Lively 1941
Hersteller: FlyHawk
Maßstab: 1/700
Material: Plastik (Spritzguss), Drehteile, Abziehbilder
Art.Nr.: FH1121
Preis: ca. 26 € (Standard-Version)

Das Original

Nachdem Japan und später auch die USA ihre Zerstörer mit geschlossenen Geschütztürmen ausstatteten, wollte auch die Royal Navy Ende der 1930er-Jahre hierzu übergehen, um die Effektivität zu steigern. Die Entwürfe reichten von einer verbesserten J-Klasse bis zu einer „Billigversion“ eines Leichten Kreuzers mit sechs 5,25-inch(13,3-cm)-Geschützen. Heraus kam schließlich eine modifizierte Version der J-Klasse mit etwas reduzierter Torpedobewaffnung und sechs 4,7-inch(12-cm)-Geschützen in Mk-XX-Zwillingstürmen und einem Höhenrichtwinkel von 50°. Da sich die Herstellung dieser Türme als recht kompliziert erwies, was deren Lieferung erheblich verzögerte, wurde die erste Hälfte der L-Klasse, nämlich Ghurka (ex Larne), Lance, Legion und Lively, noch mit vier 4-inch(10,2-cm)-Zwillingsgeschützen in hinten offenen Schilden ausgerüstet.

HMS Lively wurde am 20.12.1938 bei Cammell Laird auf Kiel gelegt, lief am 24.1.1941 vom Stapel und wurde am 20.7.1941 in Dienst gestellt. Während der Einfahrzeit geleitete sie Ende August 1941 das beschädigte französische Minenleger-U-Boot Rubis nach Scapa Flow. Anschließend geleitete sie Truppentransporte bis zu den Azoren. Am 7.9.1941 lief sie schließlich in Gibraltar ein, wo sie in die 4. Zerstörer-Flottille eingegliedert wurde. Während der nächsten sechs Wochen folgten Geleitschutzfahrten bis zum Abschluss der Einfahrzeit.

Am 21.10.1941 kam sie in Malta an, von wo aus sie während der folgenden vier Monate als Teil der Force K zunächst gegen den Nachschubverkehr der Achsenmächte operierte und später an Geleitzügen zwischen Alexandria und Malta teilnahm. Anschließend wechselte HMS Lively wieder zur Mittelmeerflotte und dort zur 22. Zerstörer-Flottille. Mit dieser nahm sie am zweiten Gefecht im Golf von Syrte teil. Hierbei erlitt sie leichte Schäden, die in Alexandria behoben wurden. Am 11.5.1942 wurde sie als Teil eines Verbandes von vier Zerstörern auf der Suche nach einem italienischen Geleitzug durch Fliegerbomben versenkt.

Technische Daten

Verdrängung: 1920 engl. tons (standard)
Länge ü.a.: 110,5 m
Breite: 11,2 m
Tiefgang: 3,05 m
Maschinenleistung: 48.000 PS, 36 kn
Fahrstrecke: 5500 sm bei 15 kn

Bewaffnung

8x 4 inch (10,2 cm) Mk XVI in Zwillingslafetten
4x 2pdr (4 cm) Pompom in Vierlingslafetten
8x 0.5 inch (1,27 cm) MG in Vierlingslafetten
8x 21 inch (53,3 cm) Torpedorohre in Vierlingssätzen

Der Bausatz

Mit dem Modell der HMS Lively bringt Flyhawk nun schon das dritte Schiff der 4-inch-Version der L-Klasse auf den Markt. Wie bei den Vorgängern, Lance und Legion, beschränken sich die Unterschiede auf Details des Deckshauses auf dem achteren Aufbau, des Scheinwerferstandes zwischen den Torpedosätzen und des Mastes sowie auf Unterschiede in der Ausstattung mit Schlauchbooten.

Der Rumpf ist in eine dünne Schaumstoffmatte eingewickelt, die insbesondere die Bugspitze vor Transportschäden bewahrt.

Die fünf Rumpfteile erlauben alternativ den Bau eines Wasserlinienmodells oder einer Vollrumpfversion. Die Bullaugen sind mit den Regenabläufen dargestellt, die aber in diesem Maßstab etwas überdimensioniert aussehen. Die große Anzahl von Bullaugen scheint jedoch zutreffend zu sein.

Neben den Teilen I und J befinden sich die wichtigsten Teile der Aufbauten am Rahmen F.

Der Rahmen O enthält weitere Teile der Aufbauten, aber auch den Mast und die Anbauteile des Unterwasserrumpfes.

Auf den Rahmen P und L befinden sich diverse Kleinteile, die Torpedosätze und das Deckshaus hinter dem Schornstein.

Das Deckshaus vor dem Schornstein und weitere Kleinteile findet man auf dem Rahmen K.

Das Deckshaus zwischen den Torpedosätzen befindet sich auf den Rahmen H und N.

Die 4 inch-Geschütze und kleinkalibrigen Waffen sowie andere Ausrüstungsgegenstände kennt man bereits aus anderen Bausätzen und entsprechenden Nachrüstsätzen von FlyHawk.

Die Drehteile

Der Standardbausatz enthält zwar keine Ätzteile, aber gedrehte Rohre für die 4-inch-Geschütze.

Die Abziehbilder

Ein kleiner Bogen liefert Abziehbilder für die Bordnummern und zwei Flaggen. Dass dabei die Kennungen für alle vier Schiffe der ersten Hälfte der L-Klasse vorhanden sind, lässt auch einen Bausatz der Ghurka erwarten.

Die Anleitung

... zeigt in gewohnter Manier den Zusammenbau in Zeichnungen mit farbigen Hervorhebungen. Die Bemalungshinweise beruhen auf Farben von Gunze (Mr. Hobby) und Tamiya sowie den Colourcoats von White Ensign Models, alles Farben, die hier schwierig zu erhalten sind. Ich werde daher wohl Model Colors von Vallejo verwenden. In Fachkreisen wird für 507C (Hellgrau) eine Mischung von 155 und 002 empfohlen, sowie 105 für 507A (Dunkelgrau). Ich würde eher 154 (mit Weiß aufgehellt) und 161 vorziehen.

Fazit

Ein weiteres kleines Schmuckstück, das sich mit den Ätzteilen der Deluxe Edition noch verbessern lässt. Nachdem das Modell der Lively sich kaum von Lance und Legion unterscheidet, hätte man sich allerdings eher eine Version mit den 4,7-inch-Geschütztürmen gewünscht. Davon abgesehen ist der Bausatz aber durchaus

alt empfehlenswert

Falk Pletscher

Wir danken FlyHawk für das Bausatzmuster