Modellsuche

Suchen


Revell: Avro Shackleton MR. 3 (1/72) Drucken
Mittwoch, 04. März 2020 um 06:00

Modell: Avro Shackleton MR.3
Hersteller: Revell
Maßstab: 1/72
Material: Polystyrol
Art.Nr.: 03873
Preis: ca. 36 bis 40 €

Das Original

Die Avro Shackleton MR.3 stellt die abschließende Version dieses U-Jagd-Patrouillenflugzeugs dar. Die Fahrwerksanordnung wurde auf ein Dreibeinfahrwerk geändert. An den Flügelenden wurden zur Erhöhung der Reichweite zusätzliche Treibstofftanks installiert. Im Inneren wurde eine Schallisolierung angebracht und die Sitzplanordnung geändert, um den Besatzungskomfort zu erhöhen. Um beim Start mehr Schubleistung zu haben, wurden bei Maschinen der sogenannten Phase 3 in die äußeren Motorgondeln zusätzlich Armstrong Siddeley Viper Strahltriebwerke eingebaut (bei Phase 1 und 2 wurden intern verbesserte Systeme verbaut). Wenn diese in Betrieb genommen wurden, öffneten sich an der Unterseite Zuluftklappen. Sobald die Strahltriebwerke nicht mehr benötigt und abgeschaltet wurden, schlossen sich diese Klappen wieder, um den Luftwiderstand zu verringern.

Insgesamt wurden 42 Maschinen dieses Musters gebaut. Davon wurden acht von der südafrikanischen Luftwaffe bestellt.

Quelle: Wikipedia (de/eng)

Der Bausatz 

Wie aufgrund der Aufteilung der Bauteile in der AEW-Version schon zu vermuten war, legte Revell im vergangenen Jahr eine zweite Variante der Shackleton auf Kiel. Als Vorbild haben sich die Konstrukteure in Bünde die sowohl baulich als auch farblich sehr ansprechende MR.3 Version herausgesucht. Etwa die Hälfte der Spritzlinge konnte dabei unverändert übernommen werden. Für Näheres dazu verweise ich auf die Besprechung der Shackleton AEW.

Auf sieben neuen Spritzlingen finden sich alle benötigten Bauteile für die MR.3. Da die Cockpitverglasung und die Länge des Waffenschachtes anders als bei der AEW sind, wurde eine komplett neue Bugsektion beigefügt. Auf demselben Spritzrahmen sind auch die neuen äußeren Motorgondeln sowie die Tanks an den Flügelenden, der Bugfahrwerksschacht und neue Bauteile für den Bombenschacht. Die Qualität der Oberflächenstrukturen ist identisch mit der bereits bekannten AEW-Version.

Doppelt vorhanden ist der Spritzrahmen mit den inneren Triebwerksgondeln und den Hauptfahrwerksteilen. Leider sind die Reifen nicht abgeflacht dargestellt. Hier hilft das Räderset aus Eduards Brassin-Reihe weiter.

Die übrigen MR.3 spezifischen Bauteile sind auf fünf weitere kleine Spritzlinge verteilt. Diese beinhalten die Rohrwaffen im Bug, das Bugfahrwerksbein, die Tragflächenklappen, welche beim Einbau der Strahltriebwerke Verwendung finden, und die neue transparente Cockpitverglasung.

Decals

Wie üblich spendiert uns Revell einen hervorragend gedruckten Decalbogen. Eine gestrichelte Linie trennt jeweils allgemeine Wartungshinweise und Markierungen und die beiden darstellbaren Maschinen.

Die Anleitung

Das neue Anleitungslayout lässt kaum Wünsche offen. In 72 übersichtlichen Baustufen wird der Zusammenbau des Modells erläutert. Wo nötig, wird auf die unterschiedlichen Optionen eingegangen.

Auf den letzten vier Seiten werden wie gewohnt in Seiten-, Drauf- und Unteransichten die Positionen der Decals sowie die äußere Farbgebung erläutert. Es kann zwar nicht von farbenfrohen Anstrichen die Rede sein, dennoch hat der weiße Rumpfrücken auf den sonst in Dark Sea Grey gehaltenen Maschinen einen gewissen Reiz. Bei der Shackleton MR.3 der No. 206 Squadron aus Kinloss kommen als Farbtupfer rote Flügeltanks hinzu. Der Union Jack an beiden Bugseiten und das Staffelabzeichen in Form eines Oktopus auf den Seitenleitwerken machen diese Maschine (zumindest für mich) besonders interessant.

Etwas einfacher ist die zweite Decalversion der No. 42 Squadron, stationiert in St. Mawgan, die nur dunkelgrau/weiß lackiert ist.

Fazit

 

Die MR.3 stellt eine kleine Überraschung dar, da sie die Wiederauflagen aus alten FROG-Formen zeitgemäß ersetzt und gleichzeitig der hohen Vorgabe an die Oberflächengravuren und Nietenreihen der AEW-Version treu bleibt. Als i-Tüpfelchen hätte Revell noch einen zusätzlichen Spritzling mit Zuladung für den Waffenschacht beilegen können. Ich vermute an dieser Stelle, dass der Hersteller unangenehmer Kritik aus dem Wege gehen wollte, da die MR.3 zum Tragen nuklearer Wasserbomben ausgestattet war. Schade nur, dass Revell trotz ständiger Kritik an den unpraktischen, seitlich zu öffnenden Kartons festhält. Bei der Menge an Spritzlingen des vorliegenden Bausatzes wird man ständig vor die Herausforderung gestellt, alles wieder sauber und ohne Beschädigungen in den Karton zurückzuschieben.

 

alt sehr empfehlenswert


Sven

Wir danken Revell für das Bausatzmuster