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Japanisches Schlachtschiff Yamato (1/700, Pit-Road) von Christian Höltge Drucken
Dienstag, 07. April 2020 um 05:00

 

7. April 1945 - 75 Jahre Operation Ten-go

 

Heute vor 75 Jahren, am 7. April 1945, wurde das japanische Schlachtschiff Yamato von US-amerikanischen Trägerkampfflugzeugen versenkt (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die japanische Marine hatte als Reaktion auf die alliierte Landung auf Okinawa die Operation Ten-Go gestartet: das japanische Schlachtschiff Yamato sollte zusammen mit dem Leichten Kreuzer Yahagi und den Zerstörern Isokaze, Hamakaze, Yukikaze, Kasumi, Hatsushimo, Asashimo, Fuyuzuki und Suzutsuki die alliierten Verbände angreifen. Parallel wurden massive Angriffe mit Kamikaze-Flugzeugen durchgeführt. Der japanische Verband wurde am 7. April durch Luftangriffe vernichtet, auch die Yamato, das damals größte Schlachtschiff der Welt, wurde versenkt.

Das Original

Das japanische Schlachtschiff Yamato (大和) war das Typschiff der aus fünf Schiffen bestehenden Yamato-Klasse. Davon wurden allerdings nur die Yamato und Musashi als Schlachtschiff in Dienst gestellt. Das dritte Schiff, die Shinano, wurde als Flugzeugträger fertig gestellt. Das vierte Schiff wurde noch während des Baues wieder abgebrochen. Vom fünften Schiff wurde der Auftrag wieder zurückgenommen.

Entstanden ist die Yamato-Klasse in den 1930er Jahren, nachdem Japan das Washingtoner Flottenabkommen aufkündigte und aus dem Völkerbund ausgetreten war. Man sah in die USA einen zukünftigen Gegner und da man nicht deren zahlenmäßige Überlegenheit bei Schlachtschiffen ausgleichen konnte, wollte man ein Schiff bauen, welches mit mehreren gegnerischen Schlachtschiffen aufnehmen konnte. Als Überlegung kam hinzu, dass die USA durch die Notwendigkeit der Benutzung des Panamakanales gezwungen war, eine bestimmte Schiffsbreite nicht zu überschreiten. Von daher nahm man an, dass die USA nicht in der Lage wäre, ein Schiff mit einem ähnlichen Kaliber oder größeren zu bauen. Allerdings bestand von Anfang an Uneinigkeit darüber, ob neue Schlachtschiffe noch zeitgemäß wären und ob man nicht eher Flugzeugträger bauen sollte.

Bei der Yamato-Klasse entschied man sich für ein Hauptkaliber von 46 cm. Dies ist das schwerste verbaute Geschütz auf einem Kriegsschiff. Die Panzerung war dafür ausgelegt, diese Kaliber auszuhalten. Aus den besagten Gründen rechnete man nicht mit einem Schiff mit einem größeren Kaliber. Den Bau wollte man geheim halten, was aber ein Schiff dieser Größe schwer gelingen kann. Entsprechend wurden die neuen Schiffe mit einer Verdrängung von 35.000 ts und die Bewaffnung mit 40 cm angegeben. Die Baukosten wurden ebenfalls verschleiert und zum Beispiel wurden 16 Torpedoboote der Otori-Klasse Schiffe finanziert, aber nur acht Stück gebaut. Die Geheimhaltung funktionierte so gut, dass die USA erst nach dem Krieg die wahre Größe und die Bewaffnung herausfanden. Allerdings waren beide Schlachtschiffe nie in einen Kampf mit anderen Schlachtschiffen verwickelt und wurden durch eine große Anzahl von Trägerflugzeugen versenkt.

Die Yamato

Die Yamato wurde 1937 in der Marinewerft in Kure auf Kiel gelegt. Der Stapellauf fand am 8. August 1940 statt. Die Indienststellung fand am 16. Dezember 1941 statt und die Yamato wurde das Flaggschiff der Kombinierten Flotte unter Admiral Isoroku Yamamoto. Den ersten Einsatz hatte die Yamato bei Schlacht von Midway. Die Schlachtschiffgruppe war aber zu weit entfernt, um am Verlauf der Schlacht teilnehmen zu können. Nach dem katastrophalen Ausgang für die Japaner, kehrte die Yamato zur Werft in Kure zurück. Danach lag die Yamato ein Jahr lang bei den Truk Inseln. Am 11. Februar 1943 wurde das Schwesterschiff, die Musashi, das neue Flaggschiff. Es folgte ein weiteres ereignisarmes Jahr. Die Yamato erhielt unter anderem wärend der Zeit eine verstärkte Flakbewaffnung. Sie wurde in der Zeit auch als Truppentransporter eingesetzt. Dabei erhielt es einen Torpedotreffer von einem amerikanischen U-Boot. Der Schaden konnte allerdings notdürftig repariert werden und in der Werft in Kure vollständig ausgebessert werden. Nach der ereignislosen Teilnahme an der Schlacht in der Philippinen See nahm die Yamato mit ihrem Schwesterschiff an der Schlacht von Leyte teil. Für den Durchbruch bei Nacht durch die San Bernadino Straße erhielt es ein schwarz gestrichenes Holzdeck. Bei der Schlacht erzielte die Yamato die einzigen Treffer auf einem gegnerischen Schiff, den Geleitflugzeugträger USS Gambier Bay. Aufgrund der heldenhaften, oder verzweifelten, Gegenwehr der amerikanischen völlig unterlegenen Kräfte und der Annahme von stärkeren Feindkräften zog sich die Yamato mit den Begleitschiffen zurück. Die letzte große Offensivaktion der japanischen Marine kostete neben vier Flugzeugträgern, zehn Kreuzern auch die Musashi. Die Yamato konnte fast unbeschädigt nach Kure zurückkehren. Dort wurde erneut die Flakbewaffnung verbessert. Wie die anderen verbliebenden Großkampfschiffe blieb die Yamato in japanischen Gewässern.

Die Yamato während der Operation Ten-Ichi-GO

Nachdem die Invasion der Insel Okinawa Anfang 1945 drohte, ersah man den Plan, diese mit der Yamato zu behindern. Im Idealfall sollte die Yamato den feindlichen Flottenverband direkt angreifen. Im wahrscheinlichsten Fall sollte sie vor Okinawa auf Grund gesetzt werden, um als Artilleriestellung zu dienen. Aber zumindest würden sie so viele Flugzeuge auf sich ziehen, damit die Kamikazeflieger ungehindert die Landungsflotte angreifen können. Mit dem Leichten Kreuzer Yahagi und acht Zerstörern sollte die Yamato am 6. April 1945 auslaufen. Entgegen dem Befehl erhielten alle Schiffe fast den gesamten Treibstoff des Hafens. Eine Rückkehr nach Japan wäre dennoch unwahrscheinlich gewesen. Am Morgen des 7. Aprils wurde die Flotte von amerikanischen Aufklärern entdeckt. Die Task Force 54 mit mehreren Schlachtschiffen wurde dem japanischen Verband entgegengeschickt. Allerdings startete die Task Force 58 ohne konkreten Befehl mit dem Angriff von etwa 400 Trägerflugzeugen von acht Flugzeugträgern aus. Gegen der Mittagszeit erreichten diese den Verband und begannen mit dem Angriff. Um 14:02 Uhr wurde der Befehl zum Verlassen der Yamato gegeben. Sie wurde von mindestens elf Torpedos und sechs Bomben getroffen und war manövrierunfähig. Beim Sinken kenterte die Yamato und explodierte schließlich. Von der Besatzung von 3.332 Mann gingen 3055 mit ihr unter.

Das Modell

Die Yamato stammt von Pit-Road ist nun schon der dritte Bausatz nach Aoshima und Fujimi der Yamato, der neu Ende der 2010er erschien. Da stellt sich die Frage, ob man nun noch eine weitere Yamato braucht, so gibt es mit einem Bausatz von Tamiya und einem älteren von Fujimi nun mittlerweile fünf Bausätze. Bei einem Vergleich mit der von mir vorgestellten Fujimi NEXT Yamato und ein Blick in die Schachtel der Yamato von Aoshima stand mein Urteil schnell fest, die Pit-Road Yamato ist derzeit die ultimative Yamato auf dem Markt. Die Pit-Road Yamato geht in der Detaillierung einen großen Schritt in Richtung der Bausätze von Flyhawk. Die beiliegenden Waffenspritzlinge entstammen z.B. aus Pit-Roads Neo Serie. Abgesehen davon ist die Detaillierung sehr gut und es gab nur wenig Passprobleme.

Hauptsächlich das Hauptdeck war etwas zu klein und die Einsätze am Heck des Rumpfes erfordern etwas Spachtelarbeit. Das Modell ist, soweit ich es beurteilen kann, auch nach dem letzten Stand der Forschung dargestellt. Nur sind die Flakplattformen auf den Türmen zu weit vorne angebracht. Bilder davon sind zwar schlecht, man sieht aber das die Vorderkante der Plattformen etwa bündig ist mit den seitlichen Leitern. Pit-Road hat diese mittig zu den Leitern angeordnet. Diesen Punkt sollte man sich selbst noch mal genauer anschauen. Zusätzlich verwendete ich noch ein Ätzteilset des neuen chinesischen Ätzteilherstellers Shipyardsmodel. Das Set beinhaltet fast alles, was man zum Supern des Modelles benötigt. Neben den Ätzteilplatinen liegt noch ein Holzdeck, Masken für das Deck, ein Stück Ankerkette und gedrehte 15-cm- und 46-cm-Rohre bei. Die Platinen sind ähnlich fein ausgearbeitet wie die von Flyhawk oder Rainbow Model. Allerdings waren die Biegepunkte an den Leitern teilweise zu schwach und das Biegen entsprechen spannend. Ansonsten waren die Verarbeitung und Passgenauigkeit sehr gut. Ich hat nur das Gefühl beim Vergleich mit anderen Ätzteilsets, dass man hier ein verkleinertes 350er Set hat. Einzig, dass man die zwei 13-mm-Zwillingsgeschütze vergessen hatte, ist kleiner Minuspunkt. Da Shipyardsmodel auch Sets für die Nelson und die Bismarck anbietet, könnte so ein Set wieder auf meinen Tisch landen.

Wie üblich bei mir verwendete ich noch anderes Zubehör:

  • Anker und 13-mm-Flak von Flyhawk
  • 13-mm-Munitionskisten von 5Starmodel
  • 127-mm-Rohre von Aber
  • 127-mm-Flak von Shelf Oddity
  • Scheinwerfer von North Star Model
  • Mastset von Infini Models
  • Typ 13- und 22-Radar von Rainbowmodel
  • und bestimmt noch was, das ich vergessen habe

Bemalt wurde die Yamato mit Vallejo Farben. Für das Kure Grau nahm einen 1:1 Mix aus 869 + 900. Das Holzdeck wurde 995 bemalt und anschließend leicht mit einem Sandton 884 trockengemalt. Die Tropfenblechflächen waren beim Original verzinkt und ich habe es mit den hellen Grauton 991 dargestellt.

Bei der Wasseroberfläche ging ich meinen üblichen Weg, in dem ich eine Grundplatte mit dickerem Papier beklebte und diese anschließend mit Wasserfarben bemalte. Darüber kamen dann drei Schichten mit AK Still Water und weiße Welle aus Watte sowie durchsichtige Wellen mit Valejo Clear Water Effects.

Fazit

Der Bau der Yamato war mein größtes Projekt bisher. Der Plan war die Yamato samt vier Zerstörern der Operation Ten-Ichi-Go darzustellen und dies am besten noch zum 75. Jahrestag. Die Asashimo war schon länger fertig und ich habe nun mit der Yamato nach vier Monaten Bauzeit den größten Brocken auch geschafft. Ihr dürft also gespannt sein, was da noch von mir folgt. Bis jetzt macht es mir riesig Spass und auf Ausstellungen wird dies sicherlich ein Hingucker.

Christian Höltge