
Die Warrior-Klasse markierte einen grundlegenden Wendepunkt im Kriegsschiffbau der Royal Navy. Sie entstand als unmittelbare Reaktion auf den Bau der französischen La Gloire und vereinte erstmals eine durchgehende Eisenpanzerung mit einem eisernen Rumpf, hoher Geschwindigkeit und großer Reichweite. Die Schiffe waren als hochseetaugliche Einheiten konzipiert, die gegnerische Holzschiffe dominieren und zugleich im global operieren konnten. Zur Klasse gehörten zwei 1859-62 gebauten Schiffe, HMS Warrior und HMS Black Prince.
Die HMS Warrior hat eine Länge von 127,4 m und eine Breite von 17,8 m bei einer Verdrängung von 9.357 t. Der Antrieb bestand aus einer von der Firma Penn & Sons gebauten Zweizylinder-Dampfmaschine, die eine Schraube antrieb; zusätzlich war das Schiff voll getakelt. Die Maschinenleistung betrug 5.340 PS, womit eine Höchstgeschwindigkeit von 14,5 kn erreicht wurde. Die Besatzungsstärke lag bei 705 Mann. Die Bewaffnung bestand aus 26 68-Pfünder-Vorderladern sowie 10 gezogenen Armstrong-110-Pfünder-Geschützen, die in einer zentralen Batterie hinter einer bis zu 114 mm starken Eisenpanzerung aufgestellt waren.
Die HMS Warrior wurde 1859 auf der Werft Thames Ironworks and Shipbuilding Company in London gelegt, 29. Dezember 1860 vom Stapel gelassen und 24. Oktober 1861 fertiggestellt und in Dienst gestellt. Sie galt bei Indienststellung als das modernste Kriegsschiff der Royal Navy, doch infolge rascher technischer Fortschritte wurde sie binnen weniger Jahre obsolet. Sie verbrachte den Großteil ihrer aktiven Dienstzeit in der Channel Squadron und gelegentlich auf Sommerfahrten von Gibraltar bis in die Ostsee. 1875 kam sie zur Reserve und 1883 wurde sie endgültig außer Dienst genommen. Ab 1901 diente sie als Lagerhulk, und 1902 wurde sie als Depot- und Versorgungsschiff für Zerstörer verwendet. 1904 wurde sie der Torpedoschule HMS Vernon zugeordnet und in diesem Zusammenhang in Vernon III umbenannt. Nachdem ein Verkauf zur Verschrottung nicht zustande gekommen war, wurde das Schiff ab 1929 als Anleger für das Öldepot des Pembroke Dock genutzt. 1979 wurde sie der Warrior Preservation Trust übergeben und über mehrere Jahre in Hartlepool restauriert; 1987 kehrte sie als Museumsschiff nach Portsmouth zurück, wo sie heute im Historic Dockyard liegt und zur National Historic Fleet gehört.
Im Maßstab 1/700 gibt es einen Bausatz von Armo und ein 3D-gedrucktes Modell von Henry Turner Miniatures. Starling Models hat einen neuen Bausatz angekündigt.
Die Fotos wurden im Juli 2025 im Portsmouth Historic Dockyard gemacht:





































































Weitere Fotos der HMS Warrior:
- Warrior Rumpf
- Warrior Deck
- Warrior Kanonen
- Warrior Takelage
- Warrior Ausrüstung
- Warrior (1/48 Modell)
- Warrior
Norbert Windrich (Fotos), Lars (Text)