Das Original

Die Hai-Lung-Klasse ist eine Klasse von zwei U-Booten der Marine der Republik China. Die Regierung Taiwans bestellte 1981 diese zwei U-Boote in den Niederlanden. Sie sollten im Wesentlichen auf der niederländischen Zwaardvis-Klasse basieren, die wiederum auf der amerikanischen Barbel-Klasse beruhten. Beide Boote, genannt Hai Lung (Seedrache) und Chien Lung (Seetiger), wurden im Dezember 1982 bei Wilton-Fijenoord in Schiedam, Niederlande auf Kiel gelegt. Nach finanziellen Problemen der Werft begann der Bau erst 1983. Ende 1986 liefen beide Boote vom Stapel und wurden nach Testfahrten in der Nordsee per Schiff nach Taiwan gebracht. Dort wurden die Boote 1987 und 1988 in Dienst gestellt. 1992 verweigerten die Niederlande den Bau und Verkauf zweier weiterer Boote der Klasse plus zwei Optionen, nachdem die Volksrepublik China gegen das Geschäft protestiert hatte (Zitat Wikipedia).


Technische Daten:

Länge: 66,9 m
Breite: 8,4 m
Tiefgang: 6,7 m
Verdrängung aufgetaucht: 2376 t
Verdrängung getaucht: 2660 t
Besatzung: 67 Mann
Antrieb: dieselelektrisch auf einen Propeller
Leistung Dieselmotoren: 3 x D-RUB 215-12
Leistung Elektromotor: unbekannt
Höchstgeschwindigkeit: 20 kn (37 km/h) getaucht
Höchstgeschwindigkeit: 12 kn (22 km/h) aufgetaucht

Bewaffnung:

6 x Bugtorpedorohre d=53,3 cm
28 Torpedos und Raketen vom Typ:
AEG-SUT-Torpedos
UGH-84 Harpoon Seezielflugkörper

Der Bausatz

Der Bausatz enthält 27 dunkelgraue Resinteile, einen Decalbogen, zwei fotogeätzte Namensschilder und einen Schiffspropeller aus Messingmaterial, zwei Resin-Schiffspropeller, einen DIN A4 großen Bauplan in S/W, eine farbig gedruckte Lackieranleitung, auf der auch die Positionen der Decals zu finden sind. Als Bonus gibt es einen Seeaufklärer vom Typ P-3C Orion der taiwanesischen Streitkräfte. Das Flugzeug ist ohne Bauanleitung. Es liegen eine Wasserlinien- und eine Vollrumpfausführung bei. Die Detaillierung dieser Rümpfe ist bemerkenswert. Mein Vollrumpf hatte allerdings einen minimalen Versatz entlang der Wasserlinie. Der zweigeteilte Rahmen für die Kleinteile ist so zusammengesteckt, dass die Teile gegeneinander zeigen und somit gut gegen Bruch geschützt sind. Für den Seeaufklärer ist anzumerken, dass jedes einzelne Propellerblatt als ein Fotoätzteil (16 Stück) beiliegt und an die Narbe geklebt werden muss. Auch sind keine Farbangaben der Maschine vorhanden. Hier sollte man das Internet zu Rate ziehen.

 

Das Modell

Im ersten Arbeitsschritt wurde der Turm auf den Rumpf geklebt. Die Klebestelle verläuft genau entlang eines Handlaufes und „verschwindet“ somit. Anschließend wurden die Tiefenruder an den Turm und am Heck angeklebt. Vor dem Lackieren habe ich den leichten Versatz entlang der Wasserlinie verschliffen. Anschließend wurde eine Bohrung in die Unterseite des Rumpfes gebohrt und ein Stück Draht eingeklebt. Die Beobachtungssensoren konnten vorerst am Gießrahmen bleiben, da diese nur am Fuß befestigt und damit besser zu lackieren sind. Der gesamte Rumpf wurde mit Revell 09 anthrazit matt lackiert. Im Anschluss klebte ich den Unterwasserrumpf entlang der Wasserlinie ab und sprühte die Oberseite mit Revell 302 seidenmatt. Zuletzt wurden die horizontalen Laufwege noch einmal mit Revell 09 anthrazit matt lackiert. Auf den Fotos sind die minimalen Unterschiede leider schwer zu erkennen. Die Sensoren wurden noch mit einem helleren Grau getupft und nach dem Durchtrocken entsprechend der Anleitung angeklebt. Die in Messingfarbe gehaltene Schiffsschraube wurde mittels Pinsel angemalt und ebenfalls angeklebt.


Es folgten die Decals in Form der Schiffsnummer 793 oder 794 sowie die Tiefstandsanzeigen aus der Krabbelkiste.

Dem Modell liegt ein flacher Sockel bei, der mir überhaupt nicht gefiel. Aus diesem Grund habe ich auch hier eine sogenannte Passfeder mit M3 Bohrung verwendet, in die eine Kunststoffschraube eingeklebt wurde. In diese bohrte ich eine 0,8 mm starke Bohrung. In diese klebte ich das andere Drahtende des Drahtes, der im Rumpf steckte. Für die Oberfläche des Sockels verwendete ich eine metallhaltige Paste und etwas Vogelsand sowie ein Oxidationsmittel aus dem Künstlerbedarf. Auf dem Foto ist die Flüssigkeit noch feucht und damit noch dunkel. Die Oxidation tritt erst nach und nach ein und kann nach Belieben wiederholt werden.

Fazit

Bis auf den kleinen Versatz am Rumpf ein super Bausatz, der sich recht schnell realisieren lässt. Man sollte sich schon im Vorfeld Gedanken über die Präsentation machen. Dir, Lars, vielen Dank für die zwei U-Boote der Hai Lung-Klasse.


Eberhard Sinnwell