Das Original

"Die Chance Vought XF5U (Werksbezeichnung VS-315) war der Prototyp eines geplanten extrem kurzstartfähigen Jagdflugzeugs des US-amerikanischen Herstellers Chance Vought aus den 1940er Jahren. Der inoffizielle Beiname Flying Flapjack (Fliegender Pfannkuchen) rührt von der ungewöhnlichen konstruktiven Auslegung mit einer angenähert kreisförmigen Tragfläche her. Die Entwicklung der XF5U basierte auf den Ergebnissen des Erprobungsträgers Chance Vought V-173. Nachdem bereits die V-173 inoffiziell als „Zimmer-Skimmer“ (nach ihrem Konstrukteur Charles H. Zimmerman) bezeichnet wurde, trug die XF5U auch den Beinamen „Skimmer“.


Die XF5U war etwas größer als die V-173 und im Gegensatz zu dieser eine Ganzmetallkonstruktion mit einem fünfmal höheren Gewicht; die Zelle besaß eine Vought eigene Metalite-Beplankung. Auch der Antrieb war mit zwei Pratt & Whitney-R-2000-Doppelsternmotoren wesentlich leistungsfähiger. Die Auslegung mit fast kreisförmigen Tragflächen geringstmöglicher Streckung wurde beibehalten, ebenso wie das Entwicklungsziel einer möglichst hohen Geschwindigkeit und geringen Landegeschwindigkeit. In einer Ausbaustufe mit stärkeren Triebwerken sollte die F5U in der Lage sein, senkrecht zu starten und danach eine Höchstgeschwindigkeit von 800km/h zu erreichen.

Der Grundriss der Tragflächen war wie bei der V-173 angenähert kreisförmig, besaß jedoch wegen der großen an den äußeren Enden angebrachten Propeller eine gerade Vorderkante. Normalerweise sind Tragflächen mit derart geringer Streckung durch die starken Randwirbel nicht für die Erzielung hoher Geschwindigkeiten geeignet. Bei der V-173 und XF5U erzeugen jedoch die weit außen angeordneten Propeller einen energiereichen Gegenwirbel, der entgegengesetzt zum Randwirbel der Tragfläche rotierte und den höheren Druck unterhalb dieser erhalten sollte. Die so klein gehaltene Tragfläche sollte einerseits die strukturelle Stabilität erhöhen und andererseits eine hohe Wendigkeit ermöglichen. Die energiereichen Wirbel sorgen bei geringen Geschwindigkeiten mit hohem Anstellwinkel außerdem für noch ausreichenden Auftrieb. Das Verhältnis von Höchstgeschwindigkeit zur Landegeschwindigkeit sollte mit diesen konstruktiven Eigenheiten von dem üblichen Verhältnis 4:1 auf 10:1 verbessert werden.


Das ursprüngliche Konzept sah eine Auslegung ohne Höhenleitwerk vor, stattdessen sollten zwei ailevators (heute als Elevons bezeichnet) in der Mitte am Rumpfende diese Funktion übernehmen. Windkanalversuche zeigten jedoch, dass besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten und hohem Anstellwinkeln deren Wirksamkeit unzureichend wäre. Stattdessen kam zum ersten Mal bei der V-173 ein heute bei fast allen Überschallflugzeugen übliches Flying-tail-Höhenruder zum Einsatz, das dann auch für die XF5U-1 verwendet wurde. Während dies bei der V-173 noch gepfeilt war, wurde für die XF5U eine ungepfeilte Ausführung verwendet. Mit dem einziehbaren Fahrgestell hatte die XF5U einen Bodenstandswinkel von 18,7°. Die Leistungsvorgaben verlangten eine Höchstgeschwindigkeit von 800 km/h, eine Landegeschwindigkeit von 64 km/h und eine Reichweite von 1600km. An Außenlaststationen sollten entweder zwei Zusatztanks oder zwei 454 kg-Bomben mitgeführt werden können. Als Bewaffnung waren ursprünglich sechs 0.50-cal.-MGs und später vier 20-mm-Kanonen vorgesehen.

Der Antrieb bestand aus zwei Doppelsternmotoren Pratt & Whitney R-2000-7 Twin Wasp, die in den Tragflächen installiert waren. Zur Motorkühlung dienten Lüfterräder in der Tragflächenvorderkante. Zwischen beiden Motoren gab es ein Verteilgetriebe und Verbindungswellen zur Synchronisierung der Drehzahlen und zur Verteilung der Leistung auf beide Propeller beim Ausfall eines Triebwerks. Zusätzlich war noch je ein Getriebe zur Umleitung des Kraftflusses von den Motoren auf die Propeller notwendig. Die für das Jagdflugzeug vorgesehenen Propeller sollten Schlaggelenke ähnlich den bei Hubschraubern verwendeten erhalten. Zur einfachen praktischen Umsetzung der Schlaggelenke in den beiden Vierblattpropellern, ordnete man je zwei, um 90° gegeneinander versetzte Zweiblattpropeller hintereinander an. Bei genügend großer Triebwerksleistung sollte die Auftriebskraft das Flugzeuggewicht übersteigen, so dass sogar eine Senkrechtstartmöglichkeit in Betracht gezogen wurde. Vorgesehen war auch ein Schleudersitz, um im Notfallausstieg nicht mit den sehr großen Propellern zu kollidieren."

Zitiert aus Wikipedia 


Technische Daten:
Länge: 8,72 m
Breite: 11,07 m über die Propellerspitzen
Höhe: 4,51 m
Flügelfläche: 44,51m²
Leermasse: 6356 kg
max. Startmasse: 7628 kg
Höchstgeschwindigkeit: 800 km/h in 8800m
Triebwerk: 2 x Pratt & Whitney R-2000-7
Leistung: 1350 (993 kW)

Bewaffnung:
2 x 1000-lb Bomben (454kg)
6 x 0.50-cal MGs später 4 x 20mm Kanonen

Der Bausatz

Der Bausatz der XF5U-1 beinhaltet vier graue sowie einen klaren Spritzgussrahmen, eine kleine Fotoätzteilplatine mit den Sitzgurten, zwei große Decalbögen und eine Bauanleitung. Die Bauteile sind von guter Qualität und fehlerfrei gespritzt. Es liegen zwei Bomben, aber keine Zusatztanks bei. Auch sind nur die Propeller für die spätere Ausführung vorhanden. Zu Beginn hatte sie die Propeller der Vought F4U Corsair. Die Bauanleitung hat 16 Baustufen in schwarz-weiß und zeigt drei Lackierungsvarianten in Farbe auf. Dabei handelt es sich um eine silberne und zwei marineblaue Ausführungen. Die Farben beziehen sich auf den Hersteller Gunze (Hobby Color). Die Decals beinhalten die Laufwege auf der Oberseite, die gelben Propellerspitzen und das Emblem des Propellerherstellers, vier Hoheitsabzeichen sowie rot/weiß gestreifte Seitenleitwerke. Auf dem zweiten Bogen befindet sich Onkel Sam mit dem Spruch „Uncle Sam wants you“. Um ihn herum sind unzählige einzelne rote und weiße Sterne in verschiedenen Größen vorhanden. Einzig belegt ist das Emblem des auf einem fliegenden Teppich fliegenden Bugs Bunny. Vergeblich sucht man taktische Nummern, Wartungshinweise und die gelben Ringe um die Bomben. Auch wird die Position des unteren Hoheitsabzeichens in der Anleitung nicht angegeben.

Das Modell

Der Bau begann mit dem Cockpit, welches in Field Green FS34097 (H340) lackiert wurde. Für die Armaturen und Instrumente liegen Decals bei. Entgegen der Bauanleitung klebte ich nur Fahrwerksschächte zusammen und lackierte diese in Interior Green (H27), ohne die Fahrwerke einzukleben. Diese lassen sich später einfügen und wurden separat in Aluminium lackiert. Das Cockpit und die Fahrwerksschächte wurden in die untere Hälfte eingeklebt. Als die obere mit der unteren Rumpfhälfte verklebt war, zeigten sich die ersten Passungenauigkeiten, die verspachtelt werden mussten. Auch die beiden Kühllufteintritte passten schlecht an ihre Positionen. Die Spalte waren stellenweise so groß, dass diese mit gezogenem Gießast und Lösungsmittelkleber verschlossen und verschliffen werden mussten.

Der Fanghaken ist so ausgeführt, dass er eigentlich nur ausgefahren montiert werden kann. Mich störte dies, da dieser von der schönen Form des Flugzeugs ablenkte. Mit Fingerspitzengefühl verschloss ich die vier Klappen des Fanghakens, so dass sie nun bündig anliegen.

Nachdem der Rohbau abgeschlossen war, verschloss ich die Fahrwerksschächte mit Schaumstoffstücken. Nach dem Abkleben der Kanzel folge eine Schicht matt Schwarz von Tamiya über den ganzen Flieger. Später wurden die einzelnen Felder mit mattem Weiß wolkig aufgehellt. Entgegen der Lackieranleitung verwendete ich Mr. Hobby H54 Navy Blue anstatt C71 Midnight Blue.

Nach einem Überzug mit Future/Pledge (Bodenversiegelung) wurden die Decals angebracht. Diese lassen sich gut verarbeiten. Die Laufwege auf der Oberseite bestehen aus einzelnen Rechtecken, die sich dadurch gut anbringen lassen. Der finale Überzug bestand aus Mattlack, ebenfalls von Mr. Hobby.

Die acht einzelnen Propellerblätter sind in dreierlei Farben gehalten. Innen Schwarz, in der Mitte Holzbraun und außen Gelb. Für die gelben Spitzen liegen Decals bei, die ich nicht verwendet habe.

Fazit

Eigentlich ein sehr schöner Flieger (Prototyp), aber von Kitty Hawk hätte ich mehr erwartet. Zum einen die schlechte Passgenauigkeit, zum anderen die Wahl der Decals.

Eberhard Sinnwell