Das Original

Die FS Meteor, häufig auch Meteor II genannt, wurde 1962-64 speziell für die zivile Meeresforschung der Bundesrepublik Deutschland gebaut. Sie entstand in einer Zeit, in der die Ozeanographie international stark an Bedeutung gewann. Betrieben wurde das Schiff vom Deutschen Hydrographischen Institut (DHI, heute Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, BSH) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Meteor diente als interdisziplinäre Forschungsplattform für Physik, Chemie, Geologie, Geophysik, Meteorologie und Biologie der Meere


Die Meteor war 82,1 m lang und 13,5 m breit. Ihre Verdrängung betrug 3.085 t. Das Schiff besaß einen dieselelektrischen Antrieb mit einer Maschinenleistung von 2.000 PS; zusätzlich standen fünf Hauptmotoren mit jeweils 600 PS zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 14 kn. Zur Stammbesatzung gehörten 55 Personen, außerdem konnten bis zu 24 Wissenschaftler an Bord arbeiten. Für Forschungsaufgaben standen 14 Laboratorien zur Verfügung, wodurch die Meteor als eines der modernsten deutschen Forschungsschiffe ihrer Zeit galt.


Gebaut wurde die Meteor auf der Schichau-Seebeckwerft in Bremerhaven. Die Kiellegung erfolgte Ende 1962, die Taufe fand am 8. Februar 1964 statt, und am 24. März 1964 wurde das Schiff in Dienst gestellt. Ihre Expeditionen führten vor allem in den Atlantik und den Indischen Ozean. Zwischen 1964 und 1985 absolvierte das Schiff insgesamt 73 Forschungsreisen und legte dabei eine Strecke zurück, die dem Vielfachen des Erdumfangs entsprach. Nach ihrer Außerdienststellung 1985 wurde sie nach Neuseeland verkauft und dort unter dem Namen Rapuhia vom Department of Scientific and Industrial Research (DSIR) weiter als Forschungsschiff betrieben. 1992 wurde sie nach Singapur verkauft, 1993 weiter nach Indien zum Abwracken.

Das Modell

Das Modell des deutschen Forschungsschiff Meteor II wurde von SNAFU (Echoco) für Lars Scharff konstruiert und bei FDM-Druckservice gedruckt. Ich habe bisher noch kein vollständig 3D-gedrucktes Schiffsmodell gebaut, daher hier meine Eindrücke. Das gedruckte Modell besaß sehr feine Details und war gut zugänglich für die Lackierung. Einige der Details waren allerdings sehr empfindlich, und das Modell hatte unter der Behandlung durch den Postdienst gelitten: Mehrere filigrane Strukturen waren bereits gebrochen, weitere gingen beim Entfernen der Stützstrukturen zu Bruch. Die Reparatur der beschädigten Teile erwies sich als schwierig, da Cyanacrylatkleber nur teilweise erfolgreich war und die Verbindungen immer wieder brachen. Letztlich funktionierte Weißleim recht gut, da er eine gewisse Flexibilität besitzt.

Ich entschied mich, dass die angegossenen Fenster nur schwer sauber zu bemalen sein würden. Deshalb fertigte ich zunächst einen Abdruck davon als Referenz an und schliff sie anschließend ab. Das Schnitzen, Bohren und Schleifen des 3D-Druckmaterials war nicht immer einfach. Statt der angedruckten Fenster verwendete ich selbst gefertigte Inkjet-Decals. Außerdem ergänzte ich Relings und fertigte die Masten aus Messingdraht an. Auf vielen Fotos war zudem zu erkennen, dass über der Brücke eine Kuppel nachgerüstet worden war; diese baute ich im Eigenbau nach. Abschließend alterte ich das Modell entsprechend dem Erscheinungsbild auf einigen Vorbildfotos.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.


Don McKeand, Lars (Text über Original)