Das Original

Die HMS Riviera entstand aus der 1911 für die South Eastern and Chatham Railway gebauten Fähre SS Riviera. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs beschlagnahmte die britische Admiralität das Schiff im August 1914 und ließ es in Chatham kurzfristig zum Wasserflugzeugträger umbauen. Zunächst erhielt es drei provisorische Segeltuchhangars und zwei Kräne; ein Flugdeck besaß die Riviera nicht. Die Wasserflugzeuge wurden mit den Kränen ins Wasser gesetzt und nach der Landung wieder an Bord gehoben. Ihre Hauptaufgaben waren die Aufklärung über See, die Beobachtung feindlicher Schiffsbewegungen sowie Bombenangriffe. Gemeinsam mit den Wasserflugzeugträgern HMS Engadine und HMS Empress nahm die Riviera am 25. Dezember 1914 am Luftangriff auf Cuxhaven teil, einem frühen Beispiel eines von Schiffen ausgeführten Luftangriffs. Nach einem umfassenderen Umbau 1915 konnte sie vier Wasserflugzeuge aufnehmen.


Die HMS Riviera war 98,5 m lang  und 12,5 m breit. Ihre Verdrängung betrug 1.850 t bei normaler Beladung und 2.550 t bei voller Einsatzlast. Die Antriebsanlage bestand aus sechs Babcock-&-Wilcox-Wasserrohrkesseln und drei direkt wirkenden Parsons-Dampfturbinen, die über drei Wellen die Propeller antrieben. Die Maschinenanlage leistete 11.150 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 20,5 kn. Die Besatzung setzte sich 197 Mann zusammen. Die Bewaffnung bestand 1914 aus vier 7,6-cm-12-Pfünder-Schnellfeuergeschützen. Ein fester Hangar war noch nicht vorhanden: Stattdessen besaß die Riviera drei provisorische Segeltuchhangars (einer vorne, zwei achtern), in denen drei Wasserflugzeuge untergebracht werden konnten. 


Die Riviera wurde 1910 bei William Denny & Brothers in Dumbarton auf Kiel gelegt, am 1. April 1911 vom Stapel gelassen und am 7. Juni 1911 fertiggestellt. Nach der Übernahme durch die Royal Navy 1914 wurde sie innerhalb weniger Wochen zum Wasserflugzeugträger umgerüstet und bereits im selben Jahr eingesetzt. Im Februar 1915 kaufte die Admiralität das Schiff und ließ es bis April grundlegend umbauen. 1918 wurde die Riviera ins Mittelmeer verlegt. Am 31. Mai 1919 ging sie an ihre ursprünglichen Eigentümer zurück und nahm wieder den Fährdienst auf. 1923 kam sie mit der Neuordnung der britischen Eisenbahngesellschaften zur Southern Railway. 1932 wurde sie verkauft und in RMTS Laird's Isle umbenannt; im Zweiten Weltkrieg requirierte die Royal Navy das Schiff erneut. Zunächst diente es als Patrouillenschiff, später als Torpedoschulschiff und ab 1944 als Landungsschiff für den Transport von Truppen bei amphibischen Operationen. 1945 kehrte die Laird's Isle in den zivilen Dienst zurück. Nach insgesamt 46 Dienstjahren wurde das Schiff 1957 in Troon zum Abwracken verkauft.

Das Modell

Dies ist mein Modell des Resin-Model-Studio-Bausatzes im Maßstab 1/700 des sehr frühen Wasserflugzeugträgers der Royal Navy, HMS Riviera, in seinem Zustand beim Angriff auf Cuxhaven im Dezember 1914. Es handelt sich um einen ausgezeichneten und interessanten Bausatz, der allerdings ziemlich schwierig zu bauen ist. Viele der Fotoätzteile sind extrem fein, und einige davon haben meine Geduld wirklich auf die Probe gestellt.


Beispielsweise bestehen die Flügelstreben der Wasserflugzeuge aus einzelnen Teilen. Ich habe versucht, diese anzubringen, bin damit aber gescheitert. Deshalb habe ich einige übrig gebliebene Fotoätzteile aus früheren Modellen verwendet, bei denen die Streben und die Spannseile als ein einziges Teil ausgeführt sind. Die dem Bausatz beiliegenden Wasserflugzeuge sind zwei Short 135 und ein Short Folder.

Ich würde den Bausatz empfehlen, da er eine hervorragende Qualität aufweist – insbesondere, wenn man mehr Geduld und Geschick beim Zusammenbau hat als ich.

Nick Shipp

(Text über Original von Lars)