Das Original

Die HMS Victorious war der dritte Träger der Illustrious-Klasse. Die Klasse wurde innerhalb der Vorgaben des Zweiten Londoner Flottenabkommens erbaut und sollten der Aufrüstung Japans und der Achsenmächte entgegenwirken. Im Gegensatz zu anderen Flugzeugträgerkonzepten wollte man die Anzahl der Flugzeuge gering halten und verwendete deswegen ein gepanzertes Deck und eine starke Flugabwehrbewaffnung, um feindlichen Luftangriffen entgegenzuwirken. Das Konzept stammte noch aus der Zeit, wo es ohne Radar keine Möglichkeit gab, einen feindlichen Luftangriff zu erkennen und rechtzeitig Flugzeuge zum Abfangen in die Luft zu bringen. Mit dem Einsatz von verbessertem Radar bestand die Möglichkeit einen feindlichen Luftangriff abzufangen und führte zu einer größeren Aufnahme von Jagdflugzeugen.


Die Victorious wurde in der Vickers-Armstrong Werft in Wallsend 1937 auf Kiel gelegt und der Stapellauf fand am 14. September 1939 statt. Die Indienststellung fand am 14. Mai 1941 statt. Der erste Einsatz folgte gleich daraufhin als die Royal Navy alle verfügbaren Schiffe einsetzte, um die Bismarck und Prinz Eugen abzufangen. Die Victorious hatte zu dem Zeitpunkt nur neun Swordfish und mehrere Fulmars als Fliegergeschwader an Board. Zusammen mit King George V, der Repulse und vier Kreuzern verließ sie Scapa Flow am 22. Mai 1941. Zwei Tage später wurde die Swordfish zum Angriff auf die Bismarck gestartet. Die Fulmars wurden dabei zur Suche der Bismarck verwendet. Trotz sehr schlechten Wetters konnten die Swordfish zu einen Torpedoangriff ansetzten. Es kam dabei zu einem Torpedotreffer im Panzergürtel der Bismarck, der aber ohne Wirkung blieb. Die Swordfish konnten sicher wieder auf der Victorious landen. Allerdings mussten zwei Fulmars notwassern, nachdem diese aufgrund des defekten Leitstrahles des Trägers nicht mehr zurückfanden.


Anschließend wurde die Victorious bis Mitte 1942 im Nordmeer eingesetzt, um Konvois zu schützen und auch um deutsche Flottenverbände abzufangen. Nachdem die Konvois im Nordmeer vorüber gehend ausgesetzt wurden, nahm die Victorious an der Operation Pedestal, der Versorgung Maltas, und Operation Torch, der Landung der Alliierten in Nord Afrika, teil. Nachdem die US Navy nach der Schlacht bei den Santa Cruz Inseln nur noch einen einsatzbereiten Träger hatte, wurde die Victorious ausgeliehen. Für diese Zeit vom Dezember 1942 bis September 1943 erhielt die Victorious spezielle Ausrüstung und Bewaffnung. Als Fliegergeschwader wurden Grumman Avenger an Bord genommen. Nach der Rückgabe der Victorious an die Royal Navy nahm diese an den Angriff auf die Tirpitz im April 1944 teil. Im Juni 1944 wurde die Victorious ein zweites Mal in den Pazifik eingesetzt und nahm dort bei den Luftangriffen auf Okinawa teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Victorious als Schulschiff eingesetzt und anschließend 1950 komplett umgebaut und mit einem Winkeldeck ausgerüstet. Letztendlich 1969 wurde sie verschrottet, da es bei Wartungsarbeiten zu einen Brand an Bord kam und man die Schäden auf Grund eines verkleinerten Budgets nicht mehr beheben wollte.

Das Modell

Der Bausatz stammt von der Firma Flyhawk. Ich verwendete die Deluxe Edition, die zusätzlich gleich die passenden Ätzteile enthält. Flyhawk bietet auch die zwei Schwesterschiffe Formidable (Bausatzvorstellung) und Illustrious an. In der der Deluxe Edition sind auch acht Swordfish und sechs Fulmars enthalten. Da ich für die Darstellung des Startes der neun Swordfish zum Angriff auf die Bismarck darstellen wollte, musste ich noch eins aus dem separat erhältlich Set Royal Navy Aircraft I von Flyhawk entnehmen. Aber dies hat den Vorteil, dass bei dem Start die Zielradare abgedeckt sind. Das spart wiederum fummelige Bauarbeiten. Die Flakbewaffnung tauschte ich durch Ätzteile von Shipyard Works und Flyhawk aus. Auch wenn ich diese Falle nur noch meine Restbestände abarbeite und in Zukunft auf 3D gedruckte Flakbewaffnung wechselte.

Der Bau war problemlos, wichtig ist nur die inneren Plattformen korrekt einzukleben, damit später das Flugdeck auf den Rumpf passt. Dies gelang bei mir sehr gut und es gab nur geringe Trennstellen zum Verspachteln. Definitiv zu früh hatte ich allerdings die Ausleger für die Beiboote verbaut. Diese stehen ohne das montierte Flugdeck weit raus und können leicht brechen. Da ist eine spätere Montage sinnvoll. Die Anzahl der beiliegenden Ätzteile ist aus meiner Sicht überschaubar. Das schwierigste waren die Halterungen für die Rettungsflöße und die Radare.


Bemalt wurde die Victorious mit Vallejo-Farben nach dem Tarnschema von Sovereign Hobbys. Dies ist mit guten Fotos belegbar. Die Tarnung bestand zusätzlich zu Weiß und Schwarz aus acht Farben wie folgt:

  • Tarnung Flugdeck Dark sea gray: 994
  • Tarnung Insel MS1: 898
  • Grundfarbe Flugdeck MS2: 992
  • Grundfarbe Rumpf MS3: 903+885 im Verhältnis 1:3
  • Tarnung Rumpf MS4: 987+907 im Verhältnis 1:3
  • Tarnung Rumpf MS4a: 885+971
  • Tarnung vorderstes Flugdeck 507A: 816


Für die Tarnung der Swordfish verwendete ich:

  • Sky Type S: 885+971 im Verhältnis 1:2
  • Extra Dark Sea Grey: 867+900
  • Dark Slate Grey: 830+886 im Verhältnis 2:1

Bei der Wasseroberfläche verwendete ich Taschentuch, mit dem ich auf der Grundplatte die Wasseroberfläche modellierte und diese anschließend mit Wasserfarben bemalte. Darüber kamen drei Schichten mit Noch Water.

Quellen

Victorious (Schiff, 1941) – Wikipedia


Christian Abraham