06.06.1944 - 70 Jahre Landung in der Normandie (D-Day)

 

Zu den Schlachtschiffen, die die Landung in der Normandie vor 70 Jahrten unterstützten, gehörte auch die Nevada (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Sie feuerte zwischen dem 6. und dem 17. Juni 1944 auf deutsche Stellungen, u.a. auf die Batterie von Azeville, in der heute noch die Reste einer ihrer Granten, ein Blindgänger, zu besichtigen ist.

 

07.12.1941 - 70 Jahre Angriff auf Pearl Harbor

 

Der japanische Angriff auf Pearl Harbor erfolgte von den sechs Flugzeugträgern Akagi, Kaga, Hiryu, Soryu, Shokaku und Zuikaku aus (siehe auch 07.12.1941 - 70 Jahre Angriff auf Pearl Harbor und Jahrestage auf Modellmarine). Die Akagi war hierbei das Flaggschiff von Vize-Admiral Nagumo.

Das Original

Die Kongo war das letzte Großkampfschiff, welches die Kaiserliche Japanische Kriegsmarine noch im Ausland bestellte und bauen ließ. Sie war das Typschiff einer aus vier Einheiten bestehenden Schlachtkreuzerklasse und wurde bei der britischen Wert Vickers in Auftrag gegeben. Ihre Schwesterschiffe waren die Hiei, Haruna und Kirishima. Diese wurden alle nach ihrem Vorbild später auf japanischen Werften gebaut. Als die Kongo 1913 in Dienst gestellt wurde, handelte es sich um den schlagkräftigsten Schlachtkreuzer seiner Zeit, der sogar ihre britischen Zeitgenossen wie die Lion übertraf. Die Kongo selber wurde daraufhin Vorbild für den Entwurf der britischen Tiger.


HMS Renown im Bauzustand 1942
Die Renown wurde im I.WK im Januar 1915 mit ihrem Schwesterschiff der Repulse als Schlachtkreuzer auf Kiel gelegt. Fertiggestellt und in Dienst gestellt wurde sie in der zweiten Hälfte des Jahres 1916.
Zwischen den beiden WK wurde sie komplett ungebaut und ihr Aussehen veränderte sich drastisch. Der Umbau dauerte von September 1936 bis zum August 1939. Der Umbau erfolgte im Großen und Ganzen nach den Richtlinien der schon zuvor umgebauten Schlachtschiffe Warspite/Queen Elisabeth und Vailant.
Die Renown erhielt einen neuen massiven Brückenaufbau, dahinter einen Flugzeughanger mit einer Katapultanlage. Die Flakbewaffnung wurde komplett mit den neuen 11,4cm (4.5inch DP guns 10x2) ausgerüstet. Weitere Maßnahmen des Umbaus betrafen den Horizontalpanzer, die Antriebsanlage und Torpedowulste.
Als sie im September 1939 wieder zur Flotte zurückkehrte unterschied sie sich deutlich von ihrem nicht modernisierten Schwesterschiff der Repulse. Ihr Kampfwert hatte sich deutlich erhöht.
Die Renown wurde in der ersten Hälfte des II.WK überwiegend bei der Britischen Home Fleet und vereinzelt im Mittelmeer eingesetzt. Ab 1943 wurde sie zur Britischen Fernostflotte überstellt wo sie bis zum Juli 1945 verblieb.
1948 wurde sie endgültig außer Dienst gestellt und abgewrackt.
Displacement nach dem Umbau: 36.600tonnes full load
Länge : 241.9 m über alles; Breite 27.42 m
Geschwindigkeit 30.75 kts

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Die Colossus-Klasse

Bei der Colossus-Klasse handelt es ich um eine lineare Verkleinerung des Illustrious-Entwurfes ohne jegliche Panzerung. Es wurden 16 Einheiten dieser Klasse geplant und ab Anfang Juni 1942 auf den Werften in England auf Kiel gelegt. Die letzten 6 Einheiten wurden als leicht modifizierter Majestic-Entwurf vollendet.

Als erste Einheit kam im Dezember 1944 das Leitschiff die HMS Colossus in Dienst. Gefolgt wurde diese von den Schwesterschiffen HMS Glory, Venerable, Vengeance und Pioneer. Diese Einheiten wurden wenigstens noch formal vor Beendigung des Zweiten Weltkrieges im September 1945 von der Royal Navy in Dienst gestellt. Keine der Einheiten wurde aber noch in Kampfeinsätzen verwendet. Glory, Venegeance und Colossus gehörten ab Mitte 45 dem 11. Träger Geschwader der britischen Fernost Flotte im Pazifik an, ohne jedoch wie bereits erwähnt noch aktiv in die Kampfhandlungen einzugreifen.

Die restlichen fünf bzw. neun Träger der Colossus/Majestic-Klasse wurden nach dem Krieg in Dienst gestellt. Zwei Träger der Majestic-Klasse wurden nicht mehr fertiggestellt und entweder noch auf der Helling abgebrochen oder wie im Fall der Leviathan unfertig Jahre später.

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Nachdem die Royal Navy in der ersten Hälfte des Krieges schmerzhaft erkennen musste, dass sie für die zu erfüllenden Aufgaben zu wenige Träger besaß, begann man Pläne für neue Bauten zu entwickeln. Priorität hatte dabei natürlich die schnelle Verfügbarkeit, also die Bauzeit der Schiffe. Träger der bereits im Bau befindlichen Illustrious-Klasse brauchten einfach zu lange bis sie Verfügbar waren.

Bei den Geleitträgern war das nicht so ein großes Problem, diese konnten auf Werften wo ansonsten Handelsschiffe vom Stapel liefen gebaut werden und standen, da es sich in aller Regel auch um Entwürfe handelte die auf Handelsschiffsrümpfen aufbauten, schnell gebaut werden. Jedoch waren die Geleitträger aufgrund ihrer Größe und Geschwindigkeit ungeeignet für Flottenoperationen. Sie wurden in erster Linie als Begleitung für die Konvois eingesetzt um U-Boote und deutsche Kampfflugzeuge zu bekämpfen.

Deshalb entschied man sich für einen vereinfachten Bauentwurf, der von den Vickers-Werften der Royal Navy vorgeschlagen wurde. Einen leichten Flottenträger. Er wies in den Grundzügen all die Eigenschaften auf, die ein Träger für die Verwendung bei Flottenoperationen brauchte, war aber andererseits schnell und kostengünstig zu bauen.

Letztlich handelte es sich um eine verkleinerte Ausgabe der Illustrious-Klasse ohne deren Panzerung.

Technische Daten der Colossus-Klasse:
Länge: ü.a. 211 m, KWL 198 m
Breite: ü.a. 24.38 m
Einsatzdisplacement: 18000 to
Standartdisplacement: 13000 to
Geschwindigkeit: 25 kn
Leistung : 40000 WPS

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Der Werdegang der Klasse ist allein aufgrund der Anzahl der Schiffe sehr umfangreich und deshalb nicht so einfach darzustellen.

Die meisten Schiffe wurden an fremde, befreundete Marinen abgegeben und leisteten dort wertvolle Dienste. Dabei handelte es sich um die Marinen: Kanadas, Australiens, Argentiniens, Brasiliens, Niederlande, Frankreich und Indien.

Die meisten Schiffe wurden mehrfach umgebaut und den wachsenden Anforderungen angepasst. Dazu gehörten Entwicklungen wie das Winkeldeck, Landespiegel, Radar und verbesserte Katapulte.

Bei der Royal Navy wurden einzelne Einheiten zu Werkstattschiffen umgebaut oder auch zu sogenannten Komandoträgern.

Anfangs der 50 Jahre wurden aber einige Einheiten noch bei Kampfeinsätzen vor der Küste Koreas im Koreakrieg von der Royal Navy eingesetzt. Hierbei handelte es sich um die HMS Glory, Ocean, Theseus, Warrior und Triumph. Zumeist waren sie dabei mit Seafires oder Seafurys und Fireflys ausgerüstet. Danach wurden die meisten entweder abgeben oder verschrottet.

Mit meinem Modell wollte ich die HMS Glory im Zeitraum von April 1951 bis zum Früjahr 1953 darstellen. Dies bot sich für mich an, da ich zur HMS Glory die meisten Fotos und Unterlagen gefunden habe und sich ihr Bauzustand problemlos mit dem Bausatz von L'Arsenal darstellen lässt.

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Das Modell von L'Arsenal

Im Jahr 2004 waren Fotos von einem Mastermodell eines Trägers der Colossus-Klasse auf einer Internetseite abgebildet. Jedoch wurde verschwiegen, um welchen Maßstab und Hersteller es sich handelt. Anfang diesen Jahres lüftete sich das Geheimnis als die Firma L'Arsenal auf der Modellbauausstellung in Telford/GB ihren Bausatz der Colossus/Arromanches im Maßstab 1/700 dem Publikum vorstellte.

Die anderen beiden Resinhersteller, die vorhatten einen Bausatz der Colossus-Klasse auf den Markt zu bringen verzichteten daraufhin ihrerseits einen solchen Bausatz zu vermarkten. Bei den beiden anderen Herstellern handelte es sich um Imperial Hobby aus den USA und HP-Models aus Deutschland. Der Bausatz von L'Arsenal besteht aus sehr sauber und exakt gegossenen Resinteilen und einem umfangreichen sehr guten Fotoätzteilsatz.

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Das größte Teil ist der in Resin gegossene Rumpf.. Im Gegensatz zu vielen anderen Bausätzen insbesondere Trägern ist hier kein separates Deck vorhanden. Der Rumpf ist massiv mit dem Deck gegossen. Die Öffnungen in den Schiffseiten für Beiboote oder ähnlichem sind so konstruiert, dass sie mit Fotoätzteilen verschlossen werden.

Eine im Prinzip gute Idee, die aber ihre Tücken im Detail hat. Beim Bau stellte sich heraus, dass man doch schon mal tricksen muss um das Fotoätzteil einzusetzen. Die Mühen hielten sich aber aufgrund der sehr genauen Gusstechnik im Bereich des Resinrumpfes und der sehr passgenauen Fotoätzteile in Grenzen und stellen keinen Nachteil dar. Nur sollte der Modellbauer etwas geübt mit dem Umgang von Fotoätzteilen sein.

Leichte Spalten und Ansatzstücke lassen sich aber leider kaum vermeiden und ein verspachteln dieser Bereiche gestaltet sich äußerst schwierig. Am fertigen Modell fallen dies aber so gut wie gar nicht negativ ins Auge.

Ansonsten sind sie wenigen Resinteile die nötig sind um den Bausatz fertig zu stellen von allerhöchster Qualität. Allein die Pom-Pom oder Feuerleitgeräte sind eine Augenweide für sich und in ihrer Qualität selbst den entsprechenden Teilen von WEM überlegen.

Die Fotoätzteile lassen sich gut verarbeiten und biegen, das verwendete stainless Material ist wiederstandsfähig genug.

 

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Dem Bausatz liegen je nach dem, ob es sich um die Arromanches oder die Colossus handelt, sehr gute Flugzeuge der Typen Corsair, Hellcat oder Helldiver bei. Auch für dies sind Fotoätzteile für die Fahrwerke und Propeller vorhanden.

Besonders gelungen fand ich das Jacques von L'Arsenal sich die Mühe gemacht hat mehrere Decktraktoren in Resin zu gießen, diese lassen sich auch sehr gut für andere Träger verwenden.

 

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Ein Decalsatz für die entsprechenden Decksmakierungen ist auch vorhanden.

Der Größte Unterschied zwischen dem Bausatz der Arromanches und der Colossus liegt im Bereich der Insel. Die Arromanches hat eine zusätzlich verglaste Brücke, während die Colossus noch die ursprüngliche offene Brücke hat.

Die Insel wie sie im Bausatz der Arromanches beiliegt entspricht der Insel von HMS Glory anfangs der 50 Jahre.


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Fazit

Ein sehr guter Bausatz, sauber gegossen, komplett und zu einem akzeptablen Preis von ca. 100 Euro. Etwas Erfahrung mit der Verarbeitung von Fotoätzteilen sollte beim Käufer vorhanden sein, um mit dem Erstellen der Seitenverkleidung am Rumpf zu recht zu kommen.

Ich finde der Bausatz ist empfehlenswert!

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Christoph Mentzel