Das Original

Die ecuadorianische Fregatte BAE Presidente Eloy Alfaro (FM01 ex HMS Penelope) war eines von zwei ursprünglich für die britische Marine als Fregatte der Leander-Klasse gebauten Schiffe, die 1991 bis 2008 bei der ecuadorianischen Marine dienten. Die ecuadorianische Marine war meist relativ klein. Lange war das ehemals chilenische Torpedokanonenboot Libertador Bolivar (ex Almirante Simpson) die stärkste Einheit, später umgebaute ehemals zivile Schiffe wie die erste Presidente Alfaro (ex Ara, 1935 gekauft). Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch zwei Geleitzerstörer der Hunt I-Klasse (darunter eine Presidente Alfaro) und eine Fregatte der Tacoma-Klase verstärkt. 1978 wurde diese durch einen Zerstörer der Gearing-Klasse im FRAM I-Zustand (Presidente Eloy Alfaro ex USS Holder) und einen Geleitzerstörer/schnellen Transporter der Charles Lawrence-Klasse (Veinticinco de Julio (1968, ex USS Enright, ursprünglich Buckley-Klasse) ersetzt. Diese wurden wiederum 1991 durch die beiden ehemals britischen Fregatten der Leander-Klasse ausgetauscht, auf die wiederum 2008 zwei ehemals chilenische Fregatten der Condell-Klasse (eine Variante der Leander-Klasse) folgten. Eine von diesen ist die fünfte Presidente Eloy Alfaro der ecuadorianischen Marine. Als Ersatz waren zwei ehemalige italienische Fregatten der Maestrale-Klasse im Gespräch, aktuell ist es aber unklar, wie die beiden heutigen ecuadorianischen Fregatten ersetzt werden.


Presidente Eloy Alfaro (FM01) war ursprünglich als HMS Penelope  des Batch 1 der Leander-Klasse gebaut worden. 1978-82 erhielt sie eine Batch 2-Modernisierung, wobei sie Exocet-Anti-Schiffsraketen statt des 11,4-cm-Zwillingturms, zwei zusätzliche Sea Cat-Flugabwehrstarter (insgesamt dann drei) und einen Hangar für Lynx-Hubschrauber (statt Wasp) erhielt. 1991 wurde sie mit ihrem Schwesterschiff HMS Danae (ehemals Batch 2 mit verbesserten Antrieb, 1977-81 auch Batch 2-Modernisierung mit Exocet) an Ecuador verkauft. Letztere wurde in BAE Morán Valverde (FM02) umbenannt. Der Verkauf beinhaltete anscheinend keine Exocet- und Sea Cat-Raketen, aber anscheinend wurden später zumindest Exocet nachgekauft. 2001 wurden beide Schiffe modernisiert. Hierbei erhielten sie drei Simbad-Flugabwehrstarter statt der Sea Cat-Starter. Der vordere kam aber nicht auf die ehemalige Position eines Sea Cat vor den Exocet-Startern, sondern nahm den Platz eines Feuerleitgeräts auf der Brücke ein. Der Typ 993-Radar wurde zum Typ 994 hochgerüstet. Zwei Drillingstorpedorohre kamen mit italienischen Torpedos an Bord. Auch die elektronischen Gegenmaßnahmen und das Kommandosystem wurden ersetzt. Es gibt Berichte, dass die 4-cm-Geschütze gegen 2-cm-Zwillinge ersetzt wurden, aber auf Fotos wirkt es so, als wären die 4-cm-Geschütze an Bord geblieben.


Presidente Eloy Alfaro war 113,4 m lang, 12,5 m breit und verdrängte 3200 t. Der Antrieb bestand aus zwei Kesseln und zwei Dampfturbinen mit 30.000 PS, womit ursprünglich 28 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 223 Personen.

Bewaffnung ab 2001
2 x 4 cm L/60 Bofors (Einzellafetten)
4 Exocet MM38 Anti-Schiffsraketen (Einzelstarter)
36 Mistral-Flugabwehrraketen (drei Simbad-Zwillingsstarter)
6 x 32,4 cm Torpedorohre (zwei Drillingsrohre, A-244S-U-Jagd-Torpedos)
1 Bell 206 B-3 Bordhubschrauber


Presidente Eloy Alfaro wurde 1961-63 von  Vickers-Armstrongs in Newcastle als HMS Penelope (F127) für die Royal Navy gebaut. Ab 1966 diente sie als Versuchsschiff für verschiedene Systeme, so ab 1971 für Sea Wolf-Flugabwehrraketen. 1978-82 wurde sie modernisiert und danach wieder als Kampfschiff verwendet. Sie wurde mit der Bristol-Gruppe in den Falkland-Krieg geschickt und erreichte das Kampfgebiet drei Wochen vor Kriegsende. Sie geleitete dort Schiffe im Bereich der Landungsköpfe, u.a. ihr beschädigtes Schwesterschiff HMS Argonaut. Am 13. Juni beschoss ihr Hubschrauber mit einer Sea Skua-Anti-Schiffsrakete das bereits gestrandete argentinische Patrouillenboot Rio Iguazu. Sie wurde auch 1983 nach dem Krieg im Bereich der Falklandinseln eingesetzt. Am 12. September 1988 wurde sie durch eine Kollision mit dem kanadischen Versorger HMCS Preserver beschädigt. 1991-2008 diente sie als Presidente Eloy Alfaro bei der ecuadorianische Marine. Es sind keine besonderen Vorkommnisse während aus dieser Epoche bekannt, auch nicht während des Cenepa-Krieg 1995 gegen Peru. Nach ihrer Außerdienststellung 2008 wurde sie abgewrackt.

Das Modell

Das Modell der ecuadorianischen Fregatte Presidente Eloy Alfaro baute ich aus dem 3D-gedruckten Modell von Masters of Military (Stephan Pless). Dieses Modell hat Stephan selbst gedruckt. Die Modelle sind für 1/1250 entworfen. Dieses wurde im Maßstab 1/700 gedruckt. Das Modell stellt den Zustand nach der Modernisierung von 2001 dar. Das Es ist nicht einfach, vom Original Fotos zu finden. Das wird noch dadurch erschwert, dass das Nachfolgeschiff den gleichen Namen und die gleiche Rumpfnummer hat.

Das Modell bietet eine sehr gute Grundlage für ein Modell in den Bauzustand von 2001. Es besteht nur aus wenigen Teilen. Man muss nur die Simbad-Starter und den Bordhubschrauber auf dem Modell anbringen. Ich ersetzte einige der Teile durch dünnere Teile: die Stenge und die Rahe am Fockmast sowie die Antennenhalter am Schornstein und am hinteren Mast durch Teile aus Metallstäben, genauso die Rohre der 4-cm-Geschütze und die Peilantenne vor dem Mast. Den Navigationsradar vorne am Mast ersetzte ich durch ein aus Plastikstreifen selbst gebautes. Der Typ 966-Radar am achteren Mast wurde durch einen von Starling Models ausgetauscht. Ansonsten ergänzte ich noch Stabantennen aus Kupferdraht und die Netze am Hubschrauberdeck aus Fotoätzteilen von Ocean Spirit. Der Bell 206 B-3-Hubschrauber stammt so aus dem Bausatz von Masters of Military.

Bemalt habe ich die Presidente Eloy Alfaro mit Farben von Vallejo Model Color: die Seiten (und den Hubschrauber) mit 153 (907) Hellblaugrau, die Decks mit 155 (990) Silbergrau und das Landedeck für den Hubschrauber mit 160 (992) Neutralgrau. Die Kennungen und den Schiffsnamen hat Tailoremade Decals für mich gezeichnet und gedruckt. Die Markierungen für das Hubschrauberdeck sind aus generischen Teilen gemacht, die ich gezeichnet hatte und die vom Druckeronkel gedruckt wurden.

Hier Presidente Eloy Alvaro zusammen mit der chilenischen Fregatte Almirante Lynch (1973) - der chilenischen Variante (Condell-Klasse) der Leander-Klasse, die stark modernisiert später auch bei der ecuadorianischen Marine diente:


Hier mit zwei etwa gleichalten Fregatten, der portugiesischen NRP Almirante Gago Countinho (1966) und der dänischen Peder Skram (1966):

Fregatten Presidente Eloy Alvaro, Almirante Gago Countinho und Peder Skram (1/700) 


Im Vergleich zu Geschützten Kreuzern aus aus der Zeit um 1900 war Presidente Eloy Alvaro kein kleines Schiff. Siehe hier die deutsche SMS Gazelle (1898) und die japanische Tsushima (1904):


Hier mit einer der Fregatten der italienischen Maestrale-Klasse, die für den Kauf für die ecuadorianische Marine in Diskussion war, der MMI Libeccio (1983), sowie einer modernen für den Export gebauten Fregatte, der algerischen El Radii (2016):

Quellen


Lars