Das Original
Die T 3 und T 6 gehörten zum Typ 1935, der ersten neu entwickelten Torpedobootklasse der Kriegsmarine nach einer rund achtjährigen Baupause. Im Gegensatz zum Typ 1924 wurden die neuen Boote konsequent auf den Torpedoeinsatz ausgelegt. Hierfür erhielten sie eine leistungsstärkere Antriebsanlage, während die Artilleriebewaffnung zugunsten der Torpedobewaffnung reduziert wurde. Neben Torpedoangriffen gegen gegnerische Überwasserstreitkräfte gehörten auch Geleit- und Sicherungsaufgaben sowie das Legen von Minen zu ihrem Einsatzspektrum. Die moderne Hochdruck-Kesselanlage erwies sich jedoch als störanfällig, zudem litten die Schiffe zunächst unter unzureichenden Seeeigenschaften. Insgesamt wurden zwölf Boote der Klasse gebaut. Sie wurden zwischen 1936 und 1938 auf Kiel gelegt und zwischen 1939 und 1940 in Dienst gestellt.
T 3 und T 6 waren 84,3 m lang und 8,6 m breit. Die Standardverdrängung betrug 844 t, die Einsatzverdrängung 1.088 t. Der Antrieb bestand aus zwei Wagner-Getriebeturbinen und vier Wagner-Hochdruck-Wasserrohrkesseln, die eine Leistung von 31.000 PS entwickelten und auf zwei Schrauben wirkten. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 35 kn. Die Besatzung umfasste 119 Mann. Die Bewaffnung bestand aus einem 10,5-cm-Schnelladekanone SK C/32, zwei 2-cm-Flak C/38, zwei Drillingssätzen mit insgesamt sechs 53,3-cm-Torpedorohren sowie der Möglichkeit, bis zu 30 Seeminen mitzuführen.
Die T 3 wurde auf der Werft F. Schichau in Elbing gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 14. November 1936, der Stapellauf am 23. Juni 1938, die Indienststellung am 3. April 1940. Bereits am 18. September 1940 wurde das Boot während eines britischen Luftangriffs im französischen Le Havre versenkt. Es wurde später gehoben, instand gesetzt und am 12. Dezember 1943 erneut in Dienst gestellt. Anschließend kam es unter anderem in der Ostsee zum Einsatz. Am 14. März 1945 lief die T 3 in der Danziger Bucht auf eine sowjetische Mine und sank.
Die T 6 entstand bei der Deschimag AG Weser in Bremen. Sie wurde am 9. Januar 1937 auf Kiel gelegt, lief am 16. Dezember 1937 vom Stapel und wurde am 30. April 1940 in Dienst gestellt. Nach Einsätzen in der Nordsee, vor Norwegen und an der britischen Ostküste lief sie am 7. November 1940 vor Kinnaird Head auf eine britische Seemine und sank. Damit gehörte sie zu den ersten Verlusten ihrer Klasse.
Das Modell
FlyHawk
Deutsche Torpedoboote Typ 35 (siehe Bausatzbesprechung)
Art.-Nr.:1165, 1:700
Preis: 30,-€
Ursprünglich wollte ich die beiden T-Boote mit einem interessanten Tarnmuster lackieren. Dazu recherchierte ich im Buch von Leon & Asmussen über deutsche Tarnungen (Band Zwei 1942-1945, Buchbesprechung). Darin stellte ich fest, dass Flyhawk die T-Boote in der Vorkriegsversion herausgebracht hat. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie noch eine einheitliche graue Lackierung, so wie im Bauplan dargestellt. Zu Anfang des Krieges erhielten die Boote einen längeren Bug, einen sogenannten Atlantikbug und waren damit 2,5 Meter länger (84,3 m auf 87,1 m). Außerdem wurde der hintere Mast verkürzt und mit Schrägbeinen versehen. Somit verwarf ich meinen Plan einer Tarnlackierung.
Der Bau begann damit, dass die beiden Decks in die Rümpfe geklebt wurden und die Kleinteile wurden, sofern es sinnvoll erschien, mit doppelseitigem Klebeband auf Rührstäbchen fixiert. Einige Teile hatten günstig angeordnete Angüsse, so dass sie am Spritzguss verbleiben konnten.




















Die beiden Decks und weitere horizontale Flächen lackierte ich mit Dunkelgrau. Diese Bereiche wurden in Anschluss mit Tape abgeklebt. Anschließend wurden alle vertikalen Flächen mit Hellgrau aus dem Sortiment von WEM/Sovereign Colors (jetzt Resolution Hobbies) lackiert. Die Seeminen und die Schornsteinkappen bekamen einen schwarzen Anstrich.
Die rund 50 Bauteile waren anschließend schnell verbaut. Die verwendete Reling stammt aus dem Hause Flyhawk (DKM Railings/FH7000298). Die Masten des Bausatzes sind zwar wunderbar dünn, vertragen allerdings keinerlei Zug durch das Rigging. Diese wurden deshalb aus Messingdraht gefertigt.
Animiert durch das Deckelbild schwebte mir ein kleines Diorama vor, bei dem die Torpedoboote in Küstennähe Minen legen und von einem Schnellboot eskortiert werden.
Schnellboot
Das S-Boot (Schnellboot) stammt aus einem anderen FlyHawk-Bausatz. Dieses Boot war eine Zugabe des ehemaligen britischen Leichten Kreuzers HMS Aurora, der im Mai 1948 an China abgegeben wurde. Dieser fuhr dann unter dem Namen Chung King. Die Lackierung und die Decals entsprechen diesem Schiff bzw. dem Bausatz. Leider war nur ein deutsches Schnellboot enthalten.
Den Unterwasserrumpf klebte ich an den nur 4,5 cm langen Rumpf, dadurch konnte ich den Bug weiter aus dem Wasser ragen lassen.
Das Deck lackierte ich mit Revell 79, Die vertikalen Flächen mit Schnellboot Weiß von WEM. Für die Reling bediente ich mich aus dem anfangs erwähnten Fotoätzteilsatz von FlyHawk.








Diorama
Zum Positionieren der Boote verwendete ich die nicht benötigten Unterwasserrümpfe der T-Boote, die ich auf einem Brettchen anordnete. Zum Modellieren der Wellen verwendete ich Styroporkleber, den ich in zwei Durchgängen aufbrachte. Weiterhin versuchte ich, möglichst unregelmäßige Wellen zu modellieren. Um Unregelmäßigkeiten auszugleichen, kam weiße Wandfarbe zum Einsatz. Als Farbton für das Wasser wählte ich olivgrüne Acrylfarbe, für die Schaumkronen titanweiß.
Fazit
Die Modelle der Boote lassen sich problemlos bauen. Ein schönes kleines Diorama, dessen Umsetzung mir richtig Spaß gemacht hat.
Eberhard Sinnwell
(Text über Original von Lars)
















