
Die fünf Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse (Klasse 352) waren als Minensucher gedacht. Das Minenräumen sollte dabei mit Hilfe von ferngelenkten Booten der Seehund-Klasse erfolgen. Diese waren mit einer magnetischen Spule (Hohlstab) in der Lage Magnetminen auszulösen, während eine geschleppte Geräuschboje akustische Minen auslösen sollte. Die Boote der Ensdorf-Klasse dienten zur Lenkung der Drohnen. Dies war Teil des TROIKA-Systems. Die Ensdorf-Klasse ersetzte die Hohlstablenkboote der Lindau-Klasse (Klasse 351). Ursprünglich wurden die fünf Boote der Ensdorf-Klasse als Minenkampfboote der Hameln-Klasse (Klasse 343) gebaut. Die Aufgabe der Hameln-Klasse, von der zehn Boote 1987-91 gebaut wurden, war ursprünglich das Minenlegen mit der Zweitaufgaben als Minensucher mit Minenräumgeschirr. Die Hameln-Klasse hatte den gleichen Rumpf wie die Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse (Klasse 332), hatte aber nicht deren Elektromotor und Optimierung auf geringe Geräuschemissionen. Dafür waren sie mit zwei 4-cm-Geschützen und einem WM20/2-Feuerleitradar stärker bewaffnet. Der Radom des Radars über der Brücke ist der auffälligste Unterschied zwischen der Hameln- und Frankenthal-Klasse, da letztere über keine entsprechende Feuerleitung verfügt. Nach dem Ende des Kalten Kriegs schienen Minenleger nicht mehr notwendig zu sein. Deshalb wurden ab 1995 fünf Schiffe der Hameln-Klasse zu den Minenjagdboote der Kulmbach-Klasse (Klasse 333) und fünf - Pegnitz (M 1090), Hameln (M 1092), Auerbach (M 1093), Ensdorf (M 1094) und Siegburg (M 1098) - zu Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse (Klasse 352) umgebaut. Beide Klasse behielten das auffällige Feuerleitradar über der Brücke, die Geschützbewaffnung wurde aber (später) auf ein 2,7-cm-Geschütz reduziert. Als sekundäre Aufgaben ist die Ensdorf-Klasse als Minenjagdboot mit entsprechenden Seefuchs-Drohnen ausgerüstet. Inzwischen sind alle Schiffe der Kulmbach-Klasse und drei der Ensdorf-Klasse außer Dienst gestellt. Ensdorf dient noch als Ausbildungshulk in Parow. Nur Pegnitz und Siegburg sind noch in Dienst und dienen auch als schwimmende Truppenwerbeplattform und Führungsboote.
Die Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse sind 54,3 m lang, 9,2 m breit und verdrängen 590 t. Der Antrieb besteht aus zwei Dieselmotoren mit zusammen 5550 PS, womit 18 kn erreicht werden. Die Besatzung besteht aus 29-45 Personen. Die Bewaffnung besteht aus einem 2,7-cm-Geschütz (MLG), drei 1,27-cm-Maschinengewehren (Browning M2) und acht Fliegerfaust-Flugabwehrraketen (Stinger). Zur Minensuche lenkt sie Überwasserdrohnen des Typs Seehund, zur Minenjagd sind Unterwasserdrohnen des Typs Seefuchs vorhanden.
Hier Fotos der Auerbach (M 1093) 2013 und 2014 in Kiel während der Kieler Woche:











und der Ensdorf (M 1094) 2013 in Kiel (Kieler Woche):
der Pegnitz (M 1090) 2013-23 in Kiel jeweils während der Kieler Woche:

































der Siegburg (M 1098) 2013-23 in Kiel (Kieler Woche):
























und der Hameln (M 1092) im September 2024 außer Dienst in Rostock:

















Die Hohlstablenkboote der Ensdorf-Klasse lenken die Hohlstäbe (Minensuchdrohnen) Seehund. Hier Aufnahmen von 2016-23 in Kiel:





















Weitere Fotos der Ensdorf-Klasse:
- Minenabwehreinheiten Klasse 332, 333, 343, 352
- Pegnitz (M 1090) 2021 in Kiel
- Siegburg (M 1098) 2016 in Kopenhagen
Weitere Fotos von Seehund-Minenräumdrohen:
Falk Pletscher (Fotos), Lars (Text, Fotos)

