U-Jagd-Hubschrauber Westland Sea King HAS 6

Die Westland Sea King wurde für die Royal Navy als schwerer U-Jagd-Hubschrauber entwickelt, der überwiegend von Flugzeugträgern aus eingesetzt werden sollte. Westland erwarb hierfür die Lizenz für die Sikorsky S-61 (SH-3), stattete die Maschinen aber mit britischen Triebwerken und Systemen aus. Die britischen Sea King sollten unabhängig von ihrem Trägerschiff U-Boote jagen können, also diese sowohl detektieren als auch bekämpfen können. Die Westland Sea King ersetzten in dieser Aufgabe die Westland Wessex. Neben der U-Jagd-Version wurden auch Varianten als Such- und Rettungshubschrauber, als Transporthubschrauber (Westland Commando) und Frühwarnhubschrauber entwickelt. Die Westland Sea King diente von 1969 bis 2018 bei der Royal Navy.

U-Jagd-Hubschrauber Kaman SH-2F Seasprite auf USS New Jersey

Der U-Jagd-Hubschrauber Kaman SH-2F Seasprite beruhte auf dem leichten Mehrzweckhubschrauber Kaman HU2K Seasprite (später UH-2). Letzterer wurde in den 1950ern für die US Navy entwickelt und diente als Transport- und Rettungshubschrauber. 1970 wählte die US Navy die SH-2F-Variante als neuen U-Jagd-Hubschrauber aus, der von Fregatten (damals als Geleitzerstörer klassifiziert) und Zerstörern aus eingesetzt werden sollte. 1963-70 waren hierfür Gyrodyne QH-50 DASH-U-Jagd-Drohnen verwendet worden, wegen der hohen Verluste und Kosten wurden diese durch einen bemannten Hubschrauber ersetzt, Light Airborne Multi-Purpose System (LAMPS) MK I genannt. Die SH-2F diente von 1973-94 bei der US Navy und wurde danach durch die SH-60 Seahawk (LAMPS Mk III) ersetzt.

Marinekampfflugzeug Hawker-Siddeley Buccaneer S2B

Die Hawker-Siddeley Buccaneer wurde in den 1950ern von Blackburn für die Royal Navy entwickelt und nach der Übernahme dieser Firma von Hawker-Siddeley produziert. Die Buccaneer wurde entwickelt, um im Tiefflug feindliche Schiffe mit atomaren und konventionellen Bomben zu bekämpfen. Der Anlass waren die sowjetischen Leichten Kreuzer der Swerdlow-Klasse, die als besondere Bedrohung für den britischen Handel angesehen wurden. Statt neuer britischer Kreuzer setzte man auf Flugzeuge, die von den Flugzeugträgern aus im Tiefflug solche Kreuzer angreifen konnten. Die Bombenlast wurde in einem internen Bombenschacht mitgeführt. Von 1961-77 wurden insgesamt 211 Maschinen für die Royal Navy, Royal Air Force und die südafrikanische Luftwaffe gebaut. Die Buccaneer flog von 1962-78 bei der Royal Navy, die verbliebenen Maschinen wurden danach von der RAF übernommen.

Bordhubschrauber Westland Sea Lynx Mk.88a auf Fregatte Lübeck

Der Westland Sea Lynx Mk.88A ist aktuell der Standardhubschrauber an Bord der Fregatten der Deutschen Marine. Hauptaufgabe ist die U-Jagd. Sie könnten auch, wenn entsprechende Raketen vorhanden sind, zur Bekämpfung von Schiffen verwendet werden. Weitere Aufgaben sind Seenotrettung, Transport von Material und Personen sowie das Absetzen von Enterkommandos. Entwickelt wurde der Westland Sea Lynx in den 1960ern als Westland WG.13 in einem britisch-französischen Gemeinschaftsprojekt. In britischen Diensten sollte die Scout der Armee und die Wasp der Royal Navy ersetzt werden, auch die französische Marine benötigte einen Bordhubschrauber zur U-Jagd. Als Bordhubschrauber erwies sich der Lynx als Exporterfolg. Neben der britischen und französischen Marine fand er in der Marine Argentiniens, Dänemarks, der Niederlande, Norwegens und Pakistans Verwendung und wird heute noch von der Marine Algeriens, Brasiliens, Deutschlands, Malaysias, Omans, Portugals, Südkoreas und Thailands eingesetzt.

Jagdflugzeug de Havilland DH.110 Sea Vixen FAW 2

Die De Havilland DH.110 Sea Vixen wurde in den späten 1940ern als zweisitziges Allwetter-Jagdflugzeug für die Royal Navy entworfen. Die Auslegung der Vampire und Venom des gleichen Herstellers wurde beibehalten, allerdings erhielt die Sea Vixen Pfeilflügel. Die beiden Besatzungsmitglieder saßen nebeneinander, der Radaroffizier saß aber tiefer im Rumpf und hatte nur eine beschränkte Sicht. Für die Royal Navy wurden 145 Maschinen gebaut, die von 1959-72 dienten. Sie wurden 1964 in Tanganjika (heute ein Teil von Tansania) gegen eine Meuterei der dortigen Truppen und im Yemen gegen einen Aufstand eingesetzt.

Aérospatiale Alouette III

Der dänische Marinehubschrauber Aérospatiale Alouette III wurde als Bordhubschrauber für die Patrouillenschiffe der Hvidbjørnen-Klasse beschafft. Die acht zwischen 1962 und 1967 gelieferten Hubschrauber dienten primär zur Seenotrettung sowie zur Aufklärung, Fischereischutz, Transport und Vermessung und wurden auf der Hvidbjørnen-Klasse primär im Nordatlantik und um Grönland herum eingesetzt. Sie hatten sehr auffallende Schwimmer. Die Sud-Aviation SE.316A Alouette III wurde als vergrößerte Variante der Alouette II entwickelt. Der Hubschrauber war ein großer Erfolg für Sud-Aviation und deren Nachfolgefirma Aérospatiale (heute Teil von Airbus). Zwischen 1961-85 wurden über 2000 Maschinen gebaut. Die Alouette III wurde auch in den Niederlanden, Rumänien und Schweiz gebaut, heute immer noch in Indien als HAL Chetak. Alouette III flogen bzw. fliegen bei der argentinischen, belgischen, chilenischen, dänischen, ekuadorianischen, französischen, griechischen, indischen, mexikanischen, pakistanischen, peruanischen und südkoreanischen Marine. Die dänischen Alouette III wurden 1980-82 durch Westland Lynx (siehe Fotogalerie) ersetzt.

Westland Wasp HAS1

Die Westland Wasp wurde in den 1950ern als U-Jagdhubschrauber für die Royal Navy entwickelt. Sie war eine Weiterentwicklung der Saunders-Roe Skeeter, erhielt aber Turbinen statt eines Kolbenmotors. Parallel zur Wasp wurde die sehr ähnliche Scout für die britische Armee entwickelt. Die Wasp sollte von Fregatten aus eingesetzt werden, weshalb minimale Abmessungen gewünscht wurden. Sie war nicht mit einem Sonar ausgestattet, sondern sollte nur dazu dienen, die vom Mutterschiff georteten U-Boote mit Torpedos oder Wasserbomben zu versenken. Westland Wasp dienten bei der Royal Navy sowie der brasilianischen, indonesischen, malaysischen, neuseeländischen, niederländischen und südafrikanischen Marine.

Westland Wessex HAS1

Die Westland Wessex war der erste für die Royal Navy speziell für die U-Jagd gebaute Hubschrauber. Die Wessex wurde aus der Sikorsky S-58 entwickelt. Der Hauptunterschied war der Austausch des Sternmotors gegen eine, später zwei Turbinen bei der Wessex. Für die Royal Navy wurde mehrere U-Jagd-Versionen sowie Truppentransporter produziert. Die Wessex wurde auch als Such- und Rettungshubschrauber eingesetzt. Auch die australische und uruguayische Marine erhielten Wessex. Dazu flogen Wessex für diverse Luftwaffen und zivile Betreiber. Zwischen 1958 und 1970 wurden insgesamt 382 Maschinen gebaut.

Super Frelon im Musée de l'Aéronautique Navale in Rochefort

Das Musée de l'Aéronautique Navale, Museum der Marineflieger, in Rochefort verfügt über eine große Sammlung an Flugzeugen und Hubschraubern. Das Museum war gerade im Umbau, man konnte (deshalb?) sehr nahe an die Ausstellungsstücke. Zu sehen gibt es u.a. Breguet Br.1050 Alizé, Dassault Super Étendard, Lockheed P-2 Neptune, Aérospatiale Frégate, Bell 47, Aérospatiale Alouette II, Westland Lynx, Piasecki H-21, Aérospatiale Super Frelon, SNCASE Aquilon SE-203, Morane-Saulnier Paris, SEPECAT Jaguar, Dassault Étendard IVM, Douglas C-47, Vought F-8P Crusader und Max Holste MH.1521 Broussard.

Marineflugzeuge Sopwith Pup und Sopwith 1½ Strutter in RAF Cosford

Die Sopwith Pup und Sopwith 1½ Strutter wurden im Ersten Weltkrieg von der Royal Navy eingesetzt. Die Sopwith Pup (eigentlich Sopwith Scout) war ein einsitziges Jagdflugzeug, das 1916 eingeführt wurde. Sie wurde anfangs von britischen Marinefliegern sehr erfolgreich an der Westfront eingesetzt, aber dann 1917 durch Sopwith Camel ersetzt. Sie wurde ab 1917 für Test auf den ersten Flugzeugträgern verwendet und diente schließlich als Jagdflugzeug auf den Trägern Campania, Furious und Manxman. Dazu wurde sie von kurzen Startrampen von zahlreichen Schlachtschiffen und Kreuzern eingesetzt. So schoss eine Pup, die vom dem Leichten Kreuzer HMS Yarmouth gestartet wurde, am 21. August 1917 den Zeppelin L 23 der Kaiserlichen Marine ab. Pup dienten auch bei der US-amerikanischen, griechischen und japanischen Marine sowie diversen Luftwaffen.