Museumsschiffe - Segel
Auf dem Gelände der Stützpunkte der dänischen Marine in Holmen (Kopenhagen) und Korsør werden eine Reihe von Galionsfiguren dänischer Schiffe aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt. In Holmen kann man die Galionsfiguren des Linienschiffs Dannebrog von 1850, der Fregatte Sjælland von 1858 und der Korvette Dagmar von 1861 sehen. In Korsør kann man die Galionsfiguren des Schaufelraddampfers Slesvig (ex Copenhagen, von 1845) und wahrscheinlich der Korvette Thor von 1851 sehen.
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Die Sloop USS Constellation war das letzte, 1853-55 für die US Navy gebaute Kriegsschiff, das ausschließlich mit Segeln angetrieben wurde. Sie war eine Weiterentwicklung der sieben Sloops der 1840er und der Fregatte Macedonian, die ab 1847 zu einer Sloop rasiert worden war. Ihre Hauptbewaffnung war im Batteriedeck untergebracht, das Oberdeck war anfangs nicht bestückt, später erhielt sie dort am Bug und Heck je ein Geschütz auf einer Pivot-Lafette. Sie entsprach damit einer Gedeckten Korvette.
Das Uelvesbüller Wrack, ein niederländischer Frachtsegler aus dem 17. Jahrhundert, wurde 1994 südlich von Husum gefunden. Das Schiff könnte ein sogenanntes Schmalschiff gewesen sein, das im 16. und 17. Jahrhundert in der Binnen- und Küstenfahrt verwendet wurde. Dieses Schiff ist um 1615 gesunken und hatte wahrscheinlich eine Ladung Saathafer an Bord. Die Überreste wurden konserviert und sind seit 1998 im Schiffahrtsmuseum Nordfriesland in Husum ausgestellt. Neben dem Wrack wird auch eine Modellrekonstruktion im Maßstab 1/6,7 ausgestellt.
Weiterlesen: Uelvesbüller Wrack im Schiffahrtsmuseum Nordfriesland, Husum
Im Wikinger Museum Haithabu bei Schleswig werden auch die Reste des Langsschiffs Haithabu 1 ausgestellt. Haithabu 1 war ein Kriegsschiff, das um 985 gebaut wurde, bei der Zerstörung der Stadt 1050 verbrannt wurde und 1979 ausgegraben wurde. Es war 30,9 m lang, 2,7 m breit und hatte 24-26 Paar Riemen. Es galt lange als das längste erhaltene Wikingerschiff - bis zum Fund von Roskilde 6 1997.
Das Kon-Tiki-Museum in Oslo ist den Schiffen des Experimentalarchäologen Thor Heyerdahl gewidmet: Kon-Tiki und Ra II. Mit dem Floß Kon-Tiki wollte Heyerdahl beweisen, dass die polynesischen Inseln von Südamerika aus besiedelt wurden. Die Konstruktion des Balsafloß beruhte auf Berichten von spanischen Konquistadoren über Boote aus dem Inkareich. 1947 reiste Heyerdahls Expedition von Callao in Peru in 101 Tagen nach Raroia im Tuamotu-Archipel, von wo es über Taihiti nach Oslo gebracht wurde, wo es seither ausgestellt wird. Mit der Ra wollte Heyerdahl beweisen, dass eine Überquerung des Atlantiks mit den Papyrus-Booten der Ägypter möglich wäre. Der erste Versuch 1969 scheiterte, das Boot musste nach einem Sturm in der Karibik aufgegeben werden. Mit der Ra II gelang 1970 die Überquerung des Atlantiks von Safi, Marokko, nach Barbados in 51 Tagen. Ra II ist ebenfalls im Kon-Tiki-Museum ausgestellt. Das Kon-Tiki-Museum liegt auf der Halbinsel Bygdøy in direkter Nachbarschaft des Fram Museums, Wikingerschiffsmuseums und des Maritimen Museums.
Die Dreimastbark Sigyn wurde 1887 von der Gamla Varvet in Göteborg gebaut und fuhr für schwedische Reeder bis 1927, meist als Frachter über den Atlantik. Danach wurde sie nach Finnland verkauft, wo sie weiter als Frachter fuhr. 1939 wurde sie Finnlands erstes Museumsschiff, in Turku. Seit 1994 gehört sie zum Schifffahrtsmuseum Forum Marinum. Sie liegt seither in einem Schwimmdock und ist regelmäßig in der Werft, um erhalten zu werden. Seit 2018 wird sie von der Ruissalo-Werft repariert und soll 2020 oder 2021 wieder zu besichtigen sein.
Die Viermastbark Peking wurde 1909-11 für die Reederei Laeisz als Frachtsegler gebaut und ist eines von noch vier erhaltenen Exemplaren der berühmten Flying P-Liner. Ihr Schwesterschiff Passat ist heute ein Museumsschiff in Travemünde. Die beiden Schiffe wurden für den Transport von Salpeter aus Chile konzipiert und waren als reine Segelschiffe ohne Hilfsmotor ausgelegt. Die Peking wurde 1911-14 für den Salpetertransport eingesetzt sowie nach dem Ersten Weltkrieg 1923-32. Ab 1928 diente sie parallel auch zur Ausbildung. Während der Weltwirtschaftkrise wurde sie nach Großbritannien verkauft und bis 1974 in Rochester als stationäre Schulhulk Arethusa II genutzt. 1975 bis 2012 war die Viermastbark, wieder unter ihrem ursprünglichen Namen, Museumsschiff in New York. 2017 wurde Peking mit dem Dockschiff Combi Dock III nach Deutschland transportiert und bis 2020 in Wewelsfleth restauriert. Sie soll ab 2023 der Mittelpunkt des geplanten Deutschen Hafenmuseums in Hamburg sein.
Die USS Constitution gehörte mit United States und President zu einer Klasse von US-amerikanischen 24-Pfünder-Fregatten, die als 44-Kanonen-Fregatten klassifiziert waren. Nachdem sich die US Marine nach dem Unabhängigkeitskrieg praktisch in nichts aufgelöst hatte, wurden 1794 sechs neue Fregatten bestellt, um amerikanische Handelsschiffe gegen die Freibeuter der Barbareskenstaaten zu verteidigen. Drei davon waren (sehr wahrscheinlich) von Joshua Humphrey als sehr große Fregatten entworfen worden, die von der Bewaffnung her den damals typischen 18-Pfünder-Fregatten überlegen waren. Ihre Länge entsprach damaligen 74-Kanonenschiffen, weshalb der Rumpf sehr massiv gebaut werden musste. Dies bewirkte zusammen mit der anfangs noch recht geringen Segelfläche, dass diese Fregatten relativ schlechte Segler waren.
Weiterlesen: Fregatte USS Constitution in Charlestown, Boston
Die griechische Triere Olympias ist die Rekonstruktion einer athenischen Triere wie sie in der Schlacht von Salamis 480 v. Chr. zum Einsatz kam. Diese Schiffe bildeten den Kern der militärischen Macht Athens und sicherten den griechischen Sieg gegen die zweite persische Invasion. Die Hauptwaffe einer Triere war ihr Rammsporn, sie war deshalb auf Schnelligkeit und Manövrierfähigkeit optimiert. Für Entern waren athenische Trieren wegen der geringen Zahl von Marinesoldaten an Bord nicht gut geeignet. Die Olympias wurde 1985-87 in Piräus gebaut. Die Rekonstruktion beruhte auf archäologischen Funden und Auswertung der Literatur, u.a. durch John F. Coates und J. S. Morrison. Der Bau wurde von der griechischen Marine und dem Trireme Trust finanziert.
Weiterlesen: Griechische Triere Olympias in Paleo Faliro bei Athen
In Paleo Faliro, einem Vorort von Athen, liegen neben dem Panzerkreuzer Georgios Averoff noch einige weitere Museumsschiffe, darunter das Segelschulschiff Eugenios Eugenidis, der Kabelleger Thalis o Milissios und das Passagierschiff Neraida.