Das Original

Die „Marine Branch“ der britischen Luftwaffe betrieb während des Zweiten Weltkriegs eigene Schnellboote zur Rettung von Fliegern auf See. Nach Anfängen mit wenig geeigneten und langsamen Booten wurden seit den frühen 1930er Jahren immer schnellere und leistungsfähigere Rettungsboote gebaut. Sie waren von der Rumpfform an zeitgenössische Torpedoboote angelehnt, die Entwicklung fand bei der British Powerboat Co. in Hythe statt. Nach ersten Kriegserfahrungen wurden 69 Einheiten des verbesserten Type 2 63 ft. HSL (high-speed launch) gebaut. Diese Boote wurden wegen der typischen Form des Decks und der Aufbauten auch „Whalebacks“ genannt.

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Die Castle-Klasse wurde 1943 für den Geleitschutz in der Atlantikschlacht entwickelt. Sie sollte als Ersatz der früheren Flower-Klasse dienen, beide Entwürfe stammten von Smith's Dock Company in Middlesbrough. Die Castles stellten eine deutliche Verbesserung gegenüber den Flowers dar, mit erhöhter Seetauglichkeit und verbesserter innerer Aufteilung.

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Die Minenabwehrfahrzeuge der britischen Hunt-Klasse sind die größten aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebauten Schiffe der Welt. Die Royal Navy hat den Ruf, weltweit führend im Orten und Räumen von Minen zu sein, und selbst in diesen modernen Zeiten sind diese Fähigkeiten unabdingbar. Die Schiffe der Hunt-Klasse haben eine Zweitrolle als Patrouillenfahrzeuge und werden bei Bedarf dem Fischereischutzgeschwader unterstellt. Vor kurzem wurde eine Flottille im Persischen Golf eingesetzt, um die Schiffahrtswege nach den Konflikten zwischen Iran und Irak frei zu halten. Die Schiffe verbleiben für lange Zeit im Einsatzgebiet, es werden regelmäßig die Besatzungen ausgetauscht.

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Die Blackburn Buccaneer wurde in den 1950ern als maritimes Tiefangriffsflugzeug gegen die Bedrohung durch die wachsende sowjetische Seemacht entwickelt. Sie war atomwaffenfähig und möglichst stabil gebaut, um den starken Belastungen in ihrem Einsatzprofil möglichst gut stand zu halten. Die Triebwerke der ersten Bauserie erwiesen sich als zu schwach, ein Wechsel auf Rolls Royce Spey-Triebwerke verbesserte Leistung und Flugsicherheit deutlich. Die Buccaneers der Royal Navy wurden sowohl von Landbasen als auch von den britischen Flugzeugträgern eingesetzt. Zur besseren Unterbringung hatte das Flugzeug neben klappbaren Tragflächen eine beidseits aufklappende Luftbremse am Heck. Diese verkürzte die Gesamtlänge und ermöglichte die Unterbringung auf den Flugzeugaufzügen. Der Bombenschacht der Buccaneer hatte keine Abdeckklappen, sondern rotierte insgesamt in die offene Position.

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HMS Sussex (96) gehörte zur County-Klasse von schweren britischen „Vertragskreuzern“, die den Begrenzungen des Washingtoner Flottenvertrags von 1922 entsprachen. Damit war besonders das Kaliber der Hauptbewaffnung von 20,3 cm und die Standardverdrängung von 10.000 t gemeint. Insgesamt wurden 13 Schiffe in drei Untergruppen gebaut, die sich leicht in Rumpfform und Panzerung unterschieden. Sussex gehörte zur zweiten Untergruppe, der London-Klasse. Diese hatte im Gegensatz zur vorigen Kent-Klasse keine Torpedowülste und einen etwas längeren Rumpf.

 

24.11.1969 - 50 Jahre Rückkehr von Apollo 12

 

Heute vor 50 Jahren, am 24. November 1969, landete die Kapsel der Apollo 12 wieder auf der Erde (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Apollo 12 war nach Apollo 11 die zweite Mondmission. Die Besatzung bestand aus Charles "Pete" Conrad und Alan L. Bean, die beide den Mond betraten, sowie aus Richard F. Gordon, der während der Landung der Fähre im Orbit des Monds blieb. Sie waren am 14. November gestartet und landete am 19. November auf dem Mond. Bei der Rückkehr wurde die Kapsel vom dem gleichen Schiff geborgen, das auch die Kapsel der ersten Mondmission geborgen hatte: dem Flugzeugträger USS Hornet.

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Die Schoneryacht America gewann im Sommer 1851 den prestigeträchtigen „100 Sovereign Cup“ des Königlich-britischen Yachtclubs bei einem Rennen rund um die Isle of Wight. Später wurde die Trophäe zu Ehren dieser Yacht in „America´s Cup“ umbenannt. Es ist heute noch einer der weltweit wichtigsten Segelwettbewerbe. Die Yacht wurde 1851 auf Long Island im US-Staat New York erbaut und von einem Konsortium aus dem New Yorker Yachtclub finanziert. Zweck des Unternehmens war es, Werbung für den amerikanischen Schiffbau zu betreiben, und Preisgelder in Europa zu gewinnen. Nach dem Sieg vor der Isle of Wight wurde die Yacht rasch verkauft und ging in Europa durch mehrere Hände.

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In der langen Geschichte der Phantom II ist der Einsatz des Musters bei der Royal Navy besonders interessant. Ich kann nur empfehlen, die Darstellung von Damien Burke auf seiner Website Thunder & Lightnings zu lesen (siehe Quellenangaben). Sie gibt einen guten Einblick in die sich anscheinend ewig wiederholenden Prozesse des militärischen Beschaffungswesens. Manche Dinge ändern sich eben nie. Als Mitte der Sechzigerjahre kein neues Muster eines Abfangjägers für die Royal Navy zur Verfügung stand, kauften die Briten für die Royal Air Force und die Fleet Air Arm die Phantom II von McDonnell Douglas. Die Übernahme dieses erprobten Musters wurde als kostengünstige Beschaffung praktisch „von der Stange“ angesehen. Trotzdem entwickelte sich daraus eine kostspielige Neuentwicklung.

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Die HMS Victorious gehörte zur britischen Illustrious-Klasse. Diese vier Schiffe besaßen gepanzerte Flugdecks; sie wurden im Zweiten Weltkrieg an allen Fronten eingesetzt und sehr hart beansprucht. Trotz teils sehr schwerer Beschädigungen ging jedoch keines der Schiffe verloren. Die Victorious wurde direkt nach ihrer Indienststellung gegen die Bismarck eingesetzt. Sie eskortierte Konvois auf der Nordkaproute und ins Mittelmeer. Außerdem nahm sie an der verlustreichen Operation „Pedestal“ zur Versorgung Maltas teil. Ende 1942 wurde sie für ein halbes Jahr als "USS Robin" in den Pazifik zur US Navy ausgeliehen, die zu jener Zeit nur noch einen einsatzfähigen Träger hatte. Nach ihrer Rückkehr nach Europa wurde sie gegen die Tirpitz in Norwegen eingesetzt. Nach deren Versenkung wurde die Victorious zur britischen Pazifikflotte verlegt und erlebte das Kriegsende vor Japan. Nach dem Krieg wurde sie von 1950-58 ausgesprochen aufwendig total rekonstruiert. Sie erhielt ein modernes Winkeldeck und Radarausrüstung. Nach der politischen Entscheidung, generell auf Flottenträger zu verzichten, kam das Ende jedoch schon 1967. Ein kleiner Brand an Bord gab den Grund für eine frühzeitige Außerdienststellung und Verschrottung.

Typ 21

1964 suchte die Royal Navy nach einer neuen Mehrzweckfregatte zum Ersatz der Einheiten der Leopard- und Salisbury-Klasse. Das neue Schiff sollte preiswert sein, um in größerer Stückzahl gebaut werden zu können, und man machte sich auch Hoffnungen auf den Exportmarkt. Eine Zeit lang gab es Pläne, den neuen Typ gemeinsam mit den Australiern zu entwickeln, aber wie so oft führten sie nicht zum Erfolg. Das Konstruktionsbüro der Navy in Bath war seinerzeit stark überlastet; die Werften Vosper Thornycroft und Yarrow betrieben erfolgreich Lobbyarbeit und erreichten, dass sie selbst das neue Schiff komplett entwerfen durften, ohne offizielle Beteiligung. Das war schon sehr lange nicht mehr vorgekommen und wurde als erheblich effizienter und preisgünstiger beworben.